Hintergrund: Schlaflinsen

Morgens aufstehen und wieder gut sehen können - das geht mit sogenannten Schlaflinsen. (Foto: Antonioguillem / Fotolia)
Morgens aufstehen und wieder gut sehen können - das geht mit sogenannten Schlaflinsen. (Foto: Antonioguillem / Fotolia)

(dbp/auh) Orthokeratologische Kontaktlinsen, oder kurz „Ortho-K-Linsen“, werden über Nacht getragen.

In dieser Zeit modellieren sie die Hornhaut von Kurzsichtigen in eine für das scharfe Sehen optimierte Form. Das Ergebnis: Tagsüber wird keine Sehhilfe benötigt. In Deutschland ist diese Form der Sehschwächenkorrektur aber noch nicht sehr weit verbreitet.

Die dbp-Redaktion hat das „Kuratorium Gutes Sehen“ (KGS) in Berlin um Hintergrundinformationen zu den sogenannten Schlaflinsen gebeten.

dbp: Wie weit verbreitet sind diese Linsen?

KGS: 2011 haben in Deutschland 9.000 Fehlsichtige Ortho-K-Linsen gekauft. Mit Abstand führen hier die Niederlande mit 40.000 pro Jahr.

dbp: Bieten alle Augenoptiker diese Linsen an?

KGS: Nein. Nur erfahrene Kontaktlinsenspezialisten, die geschult und entsprechend zertifiziert sind und über die notwendige technische Ausrüstung verfügen, dürfen und können Ortho-K-Linsen anpassen. Zwar ist die Behandlung an sich ungefährlich, sie darf aber nur unter regelmäßiger fachlicher Beaufsichtigung erfolgen.

dbp: Was kosten die Linsen?

KGS: Hierfür gibt es keine Pauschale. Das variiert regional, in der Regel wird eine Anpasspauschale berechnet. Die weitere Bezahlung wird meist über ein monatliches Abbuchungssystem, welches die Kosten für Kontaktlinsen, Kontaktlinsenpflege und alle Dienstleistungen beinhaltet, abgeglichen.

dbp: Gibt es die Möglichkeit der Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung?

KGS: Kurze knappe Antwort: Nein, wird grundsätzlich nicht übernommen. Bei privat Versicherten kann das eventuell anders sein.