Hilfe, es wird licht!

Einige Medikamente – nicht nur solche gegen Krebs – können Haarausfall zur Folge haben. (Foto: Firma V / Fotolia)
Einige Medikamente – nicht nur solche gegen Krebs – können Haarausfall zur Folge haben. (Foto: Firma V / Fotolia)

Haarverlust kann viele Ursachen haben, die vom Dermatologen abgeklärt werden sollten

(dbp/nas) Etwa jeder zweite Mann leidet im Alter von 50 Jahren unter einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Verlust seiner Kopfhaare, mit 70 Jahren sind es dann schon 70 Prozent; Frauen sind etwa halb so häufig betroffen, sagt Professor Dr. Henning Hamm vom Universitätsklinikum Würzburg. Oft ist Haarausfall erblich bedingt. Weil aber auch ernste Erkrankungen dahinterstecken können, sollte man eventuelle Ursachen ärztlich abklären lassen.

Krankheiten und Medikamente können schuld sein

Haarausfall kann eine Folge verschiedener Krankheiten sein:

• Infektionen, vor allem mit hohem Fieber,

• Autoimmun- oder Tumorerkrankungen,

Stoffwechselstörungen wie zum Beispiel Fehlfunktionen der Schilddrüse oder

• Mangelzustände (insbesondere Eisen- oder Zinkmangel), zum Beispiel nach „Crash-Diäten“ oder bei Anämie.

Auch Medikamente können Haarausfall verursachen – vor allem Chemotherapeutika (Mittel zur Behandlung von Krebserkrankungen), aber auch andere Wirkstoffe wie:

• Betablocker,

• Lipidsenker,

• Heparin und andere Blutgerinnungshemmer,

• Rheuma- und Gichtmittel oder

• Antiepileptika, Psychopharmaka und Antidepressiva.

Akute Stresssituationen wie Unfälle oder Operationen sind ebenfalls eine mögliche Ursache. Bei Frauen können hormonelle Umstellungen durch das Absetzen der Pille, Schwangerschaft oder die Wechseljahre zu Haarausfall führen. Von dessen Stärke lässt sich indes nicht auf die Ursache schließen, so Professor Hamm: Einem rasch eintretenden, heftigen Haarausfall kann etwas Harmloses zugrundeliegen und ein geringer, fortwährender Verlust von einem schwerwiegenden Problem verursacht werden.

Erblich bedingter Haarausfall kann behandelt werden

Etwa zwei Prozent der Bevölkerung leiden unter dem sogenannten „kreisrunden Haarausfall“ – meist nur vorübergehend. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen die eigenen Haarwurzeln. Am häufigsten kommt der androgenetische, also anlagebedingte Haarausfall vor. Bei Männern beginnt er mit den berühmten „Geheimratsecken“, danach kommt eine Lichtung im Tonsurbereich hinzu, bis schließlich eine Glatze entsteht. Frauen verlieren ihre Haare hingegen zunächst schleichend in der Scheitelregion, während der Ansatz an der Stirn meist erhalten bleibt. Das Haar lichtet sich diffuser und das kann anfänglich oft besser kaschiert werden, sagt Professor Hamm.

Zur äußerlichen Anwendung bei androgenetischem Haarausfall steht Minoxidil zur Verfügung – ein Wirkstoff, bei dem ein verstärktes Haarwachstum als Nebenwirkung entdeckt wurde. Bislang ist Minoxidil nur als Lösung erhältlich, demnächst soll auch ein Schaum auf den Markt kommen, der laut Professor Hamm von Patienten mit empfindlicher Kopfhaut besser vertragen wird. Die Einnahme des Enzymhemmers Finasterid ist Männern vorbehalten. Ist der Haarausfall aber bereits weit fortgeschritten, hilft das auch nichts mehr, sagt der Dermatologe. Frauen können antiandrogen (also mit einem Hormonpräparat) behandelt werden – aber natürlich nur, wenn der Haarausfall nachweislich auf einen erhöhten Spiegel männlicher Hormone zurückzuführen ist.

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