Herz und Lunge sind unzertrennlich

Herz und Lunge sorgen gemeinsam für die Sauerstoffversorgung des Körpers. (Foto: DOC RABE Media / Fotolia)
Herz und Lunge sorgen gemeinsam für die Sauerstoffversorgung des Körpers. (Foto: DOC RABE Media / Fotolia)

Erkrankungen des Herzens und der Lunge stehen in engem Zusammenhang

(dbp/wgt) Herz und Lunge liegen im Brustkorb nicht zufällig dicht beieinander. Bei der Versorgung des Körpers mit dem zum Leben notwendigen Sauerstoff bilden sie eine funktionelle Einheit. Darum wundert es nicht, dass Erkrankungen der Lunge zu lebensbedrohlichen Belastungen für Herz und Kreislauf werden können. Und dass umgekehrt manche Herzerkrankungen auch der Lunge zu schaffen machen.

Über den Lungenkreislauf gelangt das verbrauchte und sauerstoffarme Blut aus der rechten Herzkammer in die Lunge. Dort reichert es sich bei jedem Atemzug aufs Neue mit Sauerstoff an und fließt zurück in die linke Herzkammer, von wo aus es zur Versorgung der Organe durch den Körper gepumpt wird.

Hohe Pumpleistung ist Dauerstress fürs Herz

Nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können viele Lungenerkrankungen zu gefährlichen Veränderungen im Lungenkreislauf führen. Dabei verengen sich die Blutgefäße in der Lunge und der Blutfluss wird erschwert. Die Folgen: Der Blutdruck im Lungenkreislauf steigt und das Herz ist gezwungen, gegen den erhöhten Druck anzupumpen. Experten sprechen dann von Lungenhochdruck oder pulmonaler Hypertonie. Aufgrund der übermäßigen Belastung vergrößert sich die rechte Herzkammer. Atemnot, Herzklopfen und Müdigkeit machen den Betroffenen schon bei leichter Bewegung zu schaffen. Die dauerhaft gesteigerte Pumpleistung kann zu Herzversagen führen.

Besonders oft leiden Patienten mit einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) auch unter Herzproblemen, die auf einen Druckanstieg im Lungenkreislauf zurückgehen, stellt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) fest. COPD, umgangssprachlich auch als Raucherlunge bezeichnet, ist der Sammelbegriff für die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem, bei dem es zur Zerstörung der Lufträume unterhalb der kleinsten Lungenbläschen kommt.

Deutliche Risiken für das Herz gehen auch mit der Lungenfibrose einher, einer unumkehrbaren Veränderung des Bindegewebes der Lunge, dem sogenannten Interstitium. Giftige Stäube, Gase und Dämpfe oder eine Lungenentzündung können die Erkrankung auslösen.

Bei der Lungenembolie gelangt, häufig als Folge einer Beinvenenthrombose, ein Blutgerinnsel in die Lunge und kann dort ein Blutgefäß verstopfen. Je nach Schweregrad der Gefäßverengung steigt die Belastung für Herz und Kreislauf.

Wenn das kranke Herz der Lunge zusetzt

Aber auch Herzerkrankungen bleiben laut DGK meist nicht ohne Folgen für die Lunge. Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, eine Herzentzündung oder ein Herzklappenfehler sind häufig die Ursache für ein Lungenödem, landläufig als Wasser in der Lunge bezeichnet. Die Ansammlung von Flüssigkeit in den Lungenbläschen führt dazu, dass die Atmung stark erschwert wird oder sogar vollständig versagt.

Schließlich setzen auch Verengungen der Herzkranzgefäße und Herzprobleme durch Bluthochdruck der Lunge zu. Der Sauerstoffaustausch ist erschwert und das Atmen fällt schwer. Spätestens dann ist der Besuch beim Arzt angezeigt.