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Zahnimplantate – die optimale Lösung zur Schließung einer Zahnlücke?

Ein Zahnimplantat fügt sich wie eine normale Zahnwurzel in den Knochen ein und verhindert somit einen Knochenabbau. ( Foto: Zahnarzt Ungarn Heviz)
Ein Zahnimplantat fügt sich wie eine normale Zahnwurzel in den Knochen ein und verhindert somit einen Knochenabbau. ( Foto: Zahnarzt Ungarn Heviz)

Wenn durch einen Unfall oder eine Erkrankung ein Zahn verloren geht, ist schnelles Handeln angesagt: Eine Zahnlücke ist nicht nur ästhetisch unerfreulich, sondern kann auch zu Problemen beim Essen und Sprechen sowie zu Verschiebungen in der Zahnreihe führen. Es braucht daher künstlichen Zahnersatz, um die Lücke zu schließen.

Brücke, Prothese, Implantat…

Bis in die späten 1980er Jahre galt die Brücke als optimale Möglichkeit zur Schließung einer Zahnlücke: Dabei wurden die beiden benachbarten Zähne abgeschliffen und überkront, um als Brückenpfeiler dienen zu können. Wenn mehrere benachbarte Zähne fehlten, waren Teilprothesen das Mittel der Wahl. Die Entwicklung moderner Implantationstechnologien in der Zahnmedizin dagegen machte es möglich, den verlorenen natürlichen Zahn durch einen nahezu identischen künstlichen Zahn zu ersetzen. Das Implantat wird – analog zur natürlichen Zahnwurzel – im Kieferknochen verankert und mit einer den natürlichen Zähnen nachgebildeten Krone versehen.

Ein klarer Vorteil der Zahnimplantate ist es, dass dabei kein Abschleifen der gesunden Nachbarzähne erforderlich ist. Zudem ist der Ersatz eines Zahns auch dort möglich, wo zwei Nachbarzähne vorhanden sind, bspw. in einer sog. Freiendsituation oder bei sehr großen Lücken bzw. zahnlosen Kieferquadranten. In diesen Fällen können strategisch gesetzte Implantate auch als Brückenpfeiler dienen. Bei Bedarf können auch mehrere Zahnimplantate nebeneinander eingesetzt werden.

Als nachteilig empfunden werden die vergleichsweise hohen Kosten einer Implantation sowie die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs.

Lebensdauer & Pflege der Zahnimplantate

Bei guter Pflege können Zahnimplantate jahrzehntelang und sogar lebenslang halten. Die Lebensdauer der Implantate wird dabei maßgeblich durch die Mundhygiene beeinflusst: Daher ist es empfehlenswert, die Patienten intensiv aufzuklären und sie aktiv beim Einüben der besonderen Reinigungstechniken zu unterstützen. Dies betrifft insbesondere die Säuberung des Kontaktbereichs von Implantat und Zahnfleisch mit Zahnseide bzw. Interdentalbürsten.

Entzündungen im Mundraum dagegen gefährden die Stabilität des Implantats: Zahnfleischentzündungen können auf den Kieferknochen übergreifen (Periimplantitis) und schlimmstenfalls zum Verlust des künstlichen Zahns führen.

Spezialisierte Ärzte & modernste Technik

Aufgrund der Komplexität des Eingriffs ist es empfehlenswert, diesen in einer Spezialklinik für Zahnersatz durchführen zu lassen: Zum einen aufgrund der gezielten Spezialisierung und größeren Erfahrung der Ärzte und Ärztinnen, zum anderen aufgrund der technischen Ausstattung.

So können beispielsweise sowohl Anamnese und OP-Planung wie auch der chirurgische Eingriff selbst durch den Einsatz von 3D-Technik unterstützt werden. Die Erstellung eines räumlichen Modells des Kiefers ermöglicht die optimale Abstimmung des einzusetzenden Implantats und der Operationstechnik auf die individuellen Voraussetzungen des Patienten.

Letztlich gilt auch für das Einsetzen von Zahnimplantaten: Operationsrisiken und mögliche Komplikationen im Heilungsprozess lassen sich nie mit hundertprozentiger Sicherheit ausschließen. Sie lassen sich jedoch durch die Auswahl eines qualifizierten, erfahrenen Arztes, verantwortungsvolle Operationsplanung sowie den Einsatz modernster Operationsverfahren weitestgehend minimieren. Im Normalfall kann das Zahnimplantat nach der Einheilzeit genauso belastet werden, wie der frühere natürliche Zahn und ist optisch von diesem nicht zu unterscheiden.

Fragen:

  1. Aus welchem Material ist ein Zahnimplantat gefertigt? Der schraubenförmige Implantatkörper besteht aus biokompatiblem Titan. Es handelt sich hierbei um Reintitan Grad 3 bis 5, dessen immunologische Abstoßungsreaktionen dermaßen geringfügig sind, dass es in der Chirurgie als Standardmaterial verwendet wird.Als Grundlage für die heutigen Zahnimplantate diente eine zufällige Entdeckung in den 60-er Jahren, als ans Licht kam, dass Titan die Fähigkeit besitzt, mit den menschlichen Zellen zu verwachsen. Dies nennt man Osseointegration. Man versteht darunter einen knöchernen Heilungsprozess, der durch den strukturellen Verbund zwischen Implantatoberfläche und dem lebenden Knochengewebe es möglich macht, Zahnkronen, Zahnbrücken oder gar Deckprothesen darauf zu fixieren.
  2. Wie lange dauert der Implantationsprozess insgesamt, also von der Entscheidung für die OP bis zum ersten herzhaften Zubeißen mit dem künstlichen Zahn? Bei einem implantatgetragenen Zahnwerk muss man vorwiegend mit einer zweiphasigen Behandlung rechnen. Nach der OP muss das Implantat verknöchern, bevor es belastet werden kann. Generell lässt sich sagen, dass in etwa 90 Prozent der Fälle 3-6 Monate in Kauf zu nehmen sind. Bei der OP wird die individuelle Heilungszeit festgestellt, die in der Regel 3 Monate beträgt. Wenn aber Knochenersatz erforderlich ist, verlängert sich der Prozess. Je nach zusätzlichem Knochenersatzeingriff kann man dann mit bis zu 5-6 Monaten rechnen.
  3. Welche besonderen Anforderungen an die Mundhygiene stellen sich nach dem Einsetzen eines Zahnimplantats? Man darf nicht vergessen, und es kann nicht oft genug betont werden, dass Zahnimplantate und prothetische Versorgungen zwar Fremdkörper sind, trotzdem peinlichst gründlich gepflegt werden müssen. Unzureichende Mundhygiene kann auch in diesem Fall enorme Schaden anrichten. Beläge, die man nicht regelmäßig entfernt, sind ein ausgezeichneter Nährboden für Bakterien, die zu Zahnfleischentzündung, Zahnbetterkrankung führen. Bleibt die Entzündung unbehandelt, kommt es zu „Peri implantitis“, zur Lockerung des Implantats, und sogar zum Implantatverlust.Regelmäßige, gründliche Mundpflege ist daher das Wichtigste, was der Patient für den Erfolg der Implantation beisteuern kann, es soll ja schließlich eine lebenslange Lösung sein. Nach der OP werden desinfizierende Mundspülungen empfohlen. Der unmittelbare Wundbereich sollte beim Zähneputzen vorerst ausgelassen werden. Vor der OP hat der Patient eine Zustimmungserklärung zu lesen und zu unterschreiben, die auch diesbezüglich Wichtiges und Nützliches enthält, und nach der OP erhält der Patient die sog. Verhaltensregeln für nach der OP. Arzt und Unterlagen verweisen dabei stets auf die Wichtigkeit einer jährlichen Kontrolle.
  4. Welche Kriterien sollten Patienten bei der Auswahl der Klinik bzw. des behandelnden Arztes beachten, wenn sie sich ein Zahnimplantat einsetzen lassen wollen?Hier spielen viele Faktoren eine bedeutende Rolle. Aus den Differenzen vom Preis-Leistungsverhältnis erwuchs in den letzten Jahrzehnten ein boomender Zahntourismus. Der Preis ist aber noch nicht aussagekräftig genug, denn alles drum herum muss stimmen: die Qualität der verwendeten Materialien, die verwendeten Technologien, ein hauseigenes Dentallabor, entsprechende Garantien, Qualitätsmanagement und Sauberkeit sind relevant, aber immer noch nicht genug. Aus vielen Anfragen schließen wir daraus, dass der Patient nach einer Klinik bzw. nach einem Zahnarzt auf der Suche ist, der darüber hinaus, dass er die erforderliche Qualifizierung hat, auch über praktische Erfahrung verfügt. Anders formuliert, der Patient sucht Vertrauen: wenn der heimische Zahnarzt ein paar Implantate im Monat setzt, und eine Klinik Tausende im Jahr, dann wird es interessant. Dann kann man die bereits erwähnten anderen Kriterien unter die Lupe nehmen.
  5. In welchen Fällen würden Sie von einem Zahnimplantat abraten?Der Anamnesebogen, der die Krankheitsgeschichte erfasst, die Erstuntersuchung mit Röntgenaufnahme und das Beratungsgespräch sind erforderliche Filter, mit denen eventuelle Kontraindikationen festgestellt werden können. Risikofaktoren, die den Erfolg der Implantation oder gar die Allgemeingesundheit kurz- oder langfristig gefährden, werden stets individuell geklärt. Als Kontraindikation können Osteoporose bzw. extrem wenig Knochenangebot, nicht eingestellter Diabetes, HIV, Krebs und Strahlentherapie angesehen werden. Außerdem gibt es auch Fälle, wo eine Implantation eine unnötige Belastung darstellen könnte, die dann auch nicht zu einer hundertprozentigen Lösung führen würde. Vieles ist patientenabhängig, und oft kann eine andere prothetische Lösung vorgezogen werden. Dies ist der Fall, wenn zum Beispiel der Knochenersatz von extrem großem Volumen sein sollte, und der Aufwand zu groß wäre, eventuell auch finanziell.

Experteninterview mit Facharzt für Zahnkonservierung und Zahnersatzspezialist Dr. med. dent. Kálmán Gelencsér