Herpes-simplex gibt es in zwei Varianten

Lippenherpes sollte man schon bei den ersten Anzeichen noch vor Ausbruch der Bläschen mit einer virustatischen Salbe behandeln. Das kann den Hautausschlag abmildern. (Foto: Fotolia / espies)
Lippenherpes sollte man schon bei den ersten Anzeichen noch vor Ausbruch der Bläschen mit einer virustatischen Salbe behandeln. Das kann den Hautausschlag abmildern. (Foto: Fotolia / espies)

Das Virus verursacht Lippenherpes und Genitalherpes.

(dbp/spo/fru) Es spannt, juckt und brennt – die meisten Menschen bemerken einen Lippenherpes-Schub schon bevor der typische Hautausschlag in Form der bekannten Bläschen an der Lippe sichtbar wird. Die verursachenden Herpes-Viren tragen Betroffene teilweise von Kindesbeinen an in sich. Sie treten aus geplatzten Bläschen aus und verbreiten sich durch Schmier- und Tröpfcheninfektion weiter, also mittels Körperflüssigkeiten. Durch kleinste Verletzungen in der Haut oder Schleimhaut dringt das Virus in den Körper ein. Und dort setzt es sich in den Nervenknoten fest – den so genannten Ganglien – und begleitet seinen Wirt ein Leben lang.

Schutz vor Lippenherpes ist fast ausgeschlossen

Eine Erstinfektion mit Gesichts- oder Lippenherpes zeigt sich dabei unterschiedlich: Manche Infizierte bemerken sie gar nicht. Bei anderen bilden sich die typischen flüssigkeitsgefüllten Bläschen an der Lippe. Aber auch an Augen, Wangen, Nase oder Ohren können die Bläschen zutage treten. Kurze Zeit später trocknen sie zu Krusten ein und heilen nach acht bis zehn Tagen ohne Narben zu hinterlassen wieder ab.

Sich in Deutschland vor einer Infektion mit Lippenherpes zu schützen, ist so gut wie unmöglich. Der Grund: Mehr als 80 Prozent der Erwachsenen tragen das dafür verantwortliche Herpes-Simplex-Virus (HSV1) in sich, schätzt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Infektionen mit dem HSV Typ 2, der hauptsächlich Genitalherpes hervorruft, können jedoch vorgebeugt werden. Eine Ansteckung mit Genitalherpesviren erfolgt meist erst mit dem Beginn sexueller Kontakte. „Das Risiko einer Infektion des Genitalbereiches kann dadurch verringert werden, indem man auf Geschlechtsverkehr verzichtet, wenn einer der Partner an einer frischen genitalen Herpesinfektion leidet“, erklärt der BDI. In den meisten Fällen kann ein Arzt die Infektion bereits durch ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten und eine einfache Untersuchung diagnostizieren.

Behandlung mit Virustatika

Entfernt werden können beide Virenarten aus dem Körper nicht mehr, allerdings sind die Symptome von Herpeserkrankungen behandelbar. Ziel der Herpestherapie ist es, die Symptome, also das Brennen und Jucken, die Blasen und die Virusvermehrung, zu vermindern. Dabei helfen virushemmende Medikamente, sogenannte Virustatika, die in Form von Salben, Tabletten oder als Infusion erhältlich sind. Bei leichtem Lippenherpes reicht meist eine Salbe aus. Sie sollte so lange aufgetragen werden, bis die Bläschen verkrustet sind, rät der BDI. Beraten lassen können sich Betroffene hier am besten in einer Apotheke.

Genitalherpes wird meist mit Tabletten behandelt. Wenn die Herpesschübe mehr als sechs Mal im Jahr auftreten, könnte eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten sinnvoll sein. Das muss jedoch im Einzelfall der Arzt entscheiden. Vorsichtig sein müssen Betroffene in Bezug auf eine sogenannte Superinfektion. Weil Herpesbläschen schnell aufplatzen und dann die darunterliegende Haut offen liegt, können nach Angaben des BDI leicht andere Erreger oder Pilze in den Körper eindringen. Eine gründliche Hygiene ist deshalb bei einem Herpesschub besonders wichtig – auch, um andere Menschen nicht anzustecken.

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