Herausforderung Demenz

Gespräche mit Demenzpatienten sollten auf Augenhöhe stattfinden. Die Nähe und ggf. eine sanfte Berührung schaffen zusätzlich Wohlbefinden und Vertrauen. (Foto: Fotolia / Ocskay Mark)
Gespräche mit Demenzpatienten sollten auf Augenhöhe stattfinden. Die Nähe und ggf. eine sanfte Berührung schaffen zusätzlich Wohlbefinden und Vertrauen. (Foto: Fotolia / Ocskay Mark)

Kommunikation und Umgang mit Demenzpatienten.

(dbp/fru) Mit der Zeit wird man vergesslich und unaufmerksam, man verlegt Dinge, muss in Gesprächen nach Worten suchen – alles normale Alterserscheinungen. Oder etwa nicht? Viele Betroffene aber auch Freunde und Angehörige denken zunächst nicht daran, dass dies erste Anzeichen für eine Demenz sein können. „In Deutschland leben gegenwärtig fast 1,6 Millionen Demenzkranke; zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Jahr für Jahr treten etwa 300.000 Neuerkrankungen auf“, so die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG). Bis zum Jahr 2050 könnte sich die Krankenzahl sogar auf rund 3 Millionen erhöhen – eine große Herausforderung für pflegende Angehörige und Pflegeinstitutionen.

Verständigung wird immer schwieriger

Demenzpatienten verlieren nach und nach die sogenannten kognitiven Fähigkeiten, also z. B. das Gedächtnis, die Sprache oder die Fähigkeit zu lernen und zu planen. Das Wort Demenz stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „ohne Geist“, was den Zerfallsprozess der Persönlichkeit ziemlich gut beschreibt. Angehörige finden mit der Zeit nur noch eine „Hülle“ desjenigen Menschen vor, den sie früher einmal gekannt oder geliebt haben. Dennoch entscheiden sich viele für eine Betreuung zu Hause in vertrauter Umgebung. Die Kommunikation ist dabei eine große Herausforderung.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gibt Tipps zur Verständigung mit Demenzpatienten. Trotz gestörter Sprache müsse man versuchen, in Verbindung zu bleiben. „Solange der Betroffene sich noch sprachlich mitteilen kann, sollten Sie versuchen, dies aufzugreifen. Erzählt er viel aus der Vergangenheit, nutzen Sie die Chance, von da aus eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen. Spricht er über gemeinsame Kindheitserlebnisse – zum Beispiel mit seinem Bruder Erwin –, könnten Sie etwa berichten, dass Erwin bald Geburtstag hat und Sie gemeinsam zum Kaffee eingeladen sind“. Bei Demenzpatienten müssen Angehörige lernen, zwischen den Zeilen zu hören und den Sinn hinter dem Gesagten zu verstehen. „So drückt andauerndes Rufen nach der bereits verstorbenen Mutter etwa den Wunsch nach Geborgenheit oder Zuwendung aus“, teilt das BMG mit.

Auf der Gefühlsebene besonders ansprechbar

Umarmungen, Streicheln und Blickkontakte geben Demenzkranken ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit, erklärt das BMG. Auf der Gefühlsebene seien Erkrankte daher besonders ansprechbar. Und auch wenn der Sinn von Worten nicht mehr verstanden wird, werden Unterhaltungen als Zuwendung aufgefasst und genossen. Auf den Internetseiten des BMG werden Angehörige zur Gesprächsführung mit Demenzpatienten angeleitet:

  • Begeben Sie sich in die Nähe und auf Augenhöhe des erkrankten Menschen.
  • Schauen Sie ihm während des Gesprächs in die Augen und berühren Sie ihn gegebenenfalls.
  • Sprechen Sie langsam und deutlich.
  • Benutzen Sie einfache und kurze Sätze.
  • Machen Sie nur eine Mitteilung auf einmal.
  • Sprechen Sie in bejahenden Sätzen.
  • Lassen Sie dem kranken Menschen ausreichend Zeit für seine Antworten.
  • Korrigieren Sie nicht unnötig Wort- oder Satzfehler.
  • Geben Sie vorsichtige Hilfestellung.
  • Ermutigen Sie ihn immer wieder zum Sprechen.

Zudem sei es wichtig, dass die Verständigung nicht durch körperliche Probleme (z. B. Schwerhörigkeit) eingeschränkt wird. So geführte Gespräche können das Wohlbefinden der Patienten erheblich steigern und deren verbliebene Fähigkeiten länger erhalten.

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