Hepatitis-Viren bedrohen die Leber

Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen, gegen Hepatitis C ist kein Impfstoff in Sicht. (Foto: alejandro dans / Fotolia)
Gegen Hepatitis A und B kann man sich impfen lassen, gegen Hepatitis C ist kein Impfstoff in Sicht. (Foto: alejandro dans / Fotolia)

Unbemerkte Virus-Infektionen sind häufige Ursachen für chronische Leberentzündungen

(dbp/auh) Die Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, häufig verursacht von einer Virus-Infektion. Sie kann aber auch Folge einer Fettleber sein. Von einer chronischen Hepatitis spricht man, wenn die Entzündung länger als sechs Monate anhält. Bei chronischer Virushepatitis besteht langfristig ein Risiko schwerer Leberschäden wie Zirrhose und Leberkrebs. Durch eine rechtzeitige Diagnose und moderne Therapien lässt sich dies oft verhindern.

Bekannt sind derzeit fünf verschiedene Hepatitis-Erreger: A, B, C, D und E. Nur gegen A und B gibt es Schutzimpfungen.

Hepatitis A: Eine Infektion mit dem Virus erfolgt meist über verunreinigte Lebensmittel oder kontaminiertes Wasser. Mögliche Symptome sind Fieber und Gelbfärbung der Haut oder Augen. Die Krankheit heilt in der Regel von alleine aus. Der Verlauf wird nie chronisch, kann in seltenen Fällen (bei älteren Menschen) aber zu einem akuten Leberversagen führen. Die Schutzimpfung wird besonders für Urlauber und bestimmte Berufe empfohlen, ist aber keine Regelleistung der Kassen.

Hepatitis B: Das Virus ist extrem ansteckend. Die Infektion erfolgt über Blut, Sperma oder Speichel. In den meisten Fällen verläuft eine akute Infektion unbemerkt und heilt bei Erwachsenen von alleine aus. In 5 bis 10 Prozent der Fälle und sehr häufig bei Säuglingen und kleinen Kindern nimmt sie aber einen chronischen Verlauf. Hepatitis B ist die Hauptursache für Leberkrebs. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland 400.000 bis 500.000 Menschen an einer chronischen Hepatitis B erkrankt. Nur jeder Vierte weiß von seiner Erkrankung.

Eine Impfung schützt vor Hepatitis B. In Deutschland gehört sie zu den Standardimpfungen für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Die Impfung ist aber auch für Risikogruppen ratsam. Die Deutsche Leberstiftung rät folgenden Personen zur Schutzimpfung: medizinisches Personal, Dialysepatienten, Patienten vor großen Operationen, Kontaktpersonen von Menschen mit einer Hepatitis-B-Virusinfektion, Patienten mit chronischen Lebererkrankungen und HIV-positive Menschen.

Hepatitis C: Da die Ansteckung mit dem Virus hauptsächlich über Blutkontakte erfolgt, haben viele Erkrankte mit dem Vorurteil zu kämpfen, sie seien drogenabhängig. Es stimmt zwar, dass das gemeinsame Benutzen von Injektionsnadeln eine Ansteckungsquelle ist, aber nur etwa 23 Prozent der Hepatitis-C-Erkrankten in Deutschland haben sich auf diesem Weg infiziert. Bei rund 40 Prozent ist die Ursache unbekannt. Möglich ist eine Blutsbrüderschaft zu Schulzeiten, eine Tätowierung im Asienurlaub oder der Empfang eines kontaminierten Blutproduktes (Bluttransfusion, Arzneimittel). Es gibt keine Schutzimpfung. In Deutschland sind etwa 500.000 Menschen infiziert.

Hepatitis D: Nur zusammen mit einer Hepatitis-B-Infektion kann es zu einer Hepatitis-D-Infektion kommen. Daher schützt die Impfung gegen Hepatitis B auch vor Hepatitis D. Etwa 30.000 Erkrankte gibt es in Deutschland. Bei nur etwa einem Viertel der Patienten helfen Medikamente.

Hepatitis E: Die Infektion ist in Deutschland extrem selten und kann nur bei immungeschwächten Menschen einen chronischen Verlauf nehmen. Für Schwangere ist die Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus allerdings in 20 bis 25 Prozent der Fälle eine tödliche Gefahr.