Heilsame Stromstöße

Bei der Transkutanen Elektrischen Nerven Stimulation (TENS) werden Elektroden auf die Haut geklebt, die niederfrequente Wechselströme abgeben. (Foto: Fotolia / Microgen)
Bei der Transkutanen Elektrischen Nerven Stimulation (TENS) werden Elektroden auf die Haut geklebt, die niederfrequente Wechselströme abgeben. (Foto: Fotolia / Microgen)

Die Reizstromtherapie in der Schmerzbehandlung.

(dbp/fru) Strom kann gefährlich sein – das weiß heutzutage jedes Kind. Aber Strom kann auch eine positive Wirkung haben und als Heilmittel in der Medizin eingesetzt werden. Beispielsweise im Rahmen der Elektrotherapie, bei der Gleich- oder Wechselströme den gesamten Körper oder nur einzelne Körperteile durchfließen. Dabei werden Spannungen erzeugt, die über Elektroden an der Hautoberfläche oder anhand eines Wasserbads (Stangerbad) abgegeben werden. Der Strom wird durch den Körper geleitet und kann dadurch gezielte Muskelkontraktionen herbeiführen, was zur Behandlung von Schmerzen, Missempfindungen sowie zur Kräftigung schwacher Muskulatur genutzt wird.

Transkutane Elektrische Nerven Stimulation (TENS)

Ein besonders erprobtes Verfahren ist dabei die Transkutane Elektrische Nerven Stimulation (TENS). Diese elektromedizinische Reizstromtherapie wird seit mehr als 30 Jahren von Ärzten und Physiotherapeuten in der Schmerzbehandlung eingesetzt. „Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation gehört zu den so genannten gegenirritativen Verfahren. Es werden Elektroden auf die Haut geklebt, die niederfrequente Wechselströme aussenden und dadurch ein sanftes Kribbeln erzeugen. Die Stromreize übertönen die Schmerzreize und führen so zur Schmerzlinderung. Stromstärke und Impulsfrequenz können individuell geregelt werden“, erklärt die Deutsche Schmerzliga auf ihren Internetseiten.

Die elektrischen Impulse werden mit Hilfe eines Gerätes erzeugt und durch die Haut auf das Nervensystem übertragen. Die Elektroden müssen dabei in der Nähe der schmerzenden Stellen platziert werden. Der abgegebene Stromreiz ist für den Patienten nicht schmerzhaft. Manchmal werden die Elektroden auch im Bereich der Wirbelsäule angelegt, wo der befallene Nerv austritt. Die Hautgebiete werden mit hohen Frequenzen und niedrigen Stromstärken stimuliert. So wird ein Gegenreiz geschaffen und die eigentlichen Schmerzen bessern sich.

Verschiedene Schmerzformen behandelbar

„Die Elektroimpulse regen die körpereigenen, Schmerz hemmenden Systeme an und das überreizte Nervensystem kann sich harmonisieren. So verringern sich die Schmerzen und damit auch die benötigten Medikamente“, heißt es auch auf dem Portal www.schmerzhilfe.de. Auch unerwünschte Nebenwirkungen ließen sich reduzieren. Das TENS-Gerät selbst sei nach Einweisung durch den Arzt oder Physiotherapeuten gefahrlos anzuwenden und werde von den meisten Patienten sehr gut vertragen. Die Behandlung kann dann auch bequem zu Hause durchgeführt werden. Grundsätzlich gibt es keine Schmerzen, die nicht mit TENS behandelt werden dürfen. Menschen mit Herzschrittmacher dürfen die TENS-Therapie jedoch nicht durchführen – genauso wie Patienten, die Hauterkrankungen oder -verletzungen haben. Auch Epileptiker sollten damit vorsichtig sein.

Die Krankenkassen beteiligen sich in der Regel bei folgenden Schmerzformen an den Behandlungskosten: Schmerzen nach Unfällen, Nervenschmerzen (z. B. Trigeminusneuralgie, „Hexenschuss“), Phantomschmerzen (z. B. nach Amputationen), onkologische Schmerzen und rheumatische Schmerzen. Aber auch die Behandlungskosten für Schmerzen, die durch Abnutzung, Überlastung, Reizung, Entzündung oder angeborene Fehlbildungen der Knochen, Muskeln und Gelenke entstehen, werden bei medizinischer Notwendigkeit von den Krankenkassen erstattet. Hier lohnt also immer eine Nachfrage bei der eigenen Krankenkasse.