Hämorrhoiden: So wird man sie wieder los

Vergrößerte Hämorrhoiden sind lästig bis schmerzhaft. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln. (Foto: Petoo/Fotolia)
Vergrößerte Hämorrhoiden sind lästig bis schmerzhaft. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu behandeln. (Foto: Petoo/Fotolia)

In schweren Fällen kann eine Operation die Schmerzen lindern.

(dbp/spo) Jeder hat sie, jeder kennt sie, keiner mag sie: Hämorrhoiden sind, wenn sie Beschwerden verursachen, ein unangenehmes Thema. Wie entstehen sie und was kann man dagegen tun?

Das Hämorrhoidalpolster, das aus ringförmig am After angeordneten Gefäßen besteht, erfüllt eine wichtige Funktion: Es schwillt an und sorgt so gemeinsam mit dem Schließmuskel für die Feinabdichtung des Enddarms. Beim Stuhlgang schwellen die Gefäße wieder ab, sodass der Stuhl passieren kann. Zum Problem werden die Hämorrhoiden, wenn sie dauerhaft angeschwollen bleiben und nach außen ragen. Dann können sie für Juckreiz, Brennen, kleine Blutungen und Schmerzen sorgen.

Verursacht wird das Hämorrhoidenwachstum in den meisten Fällen durch Bewegungsmangel und chronische Verstopfung. Letztere hat zur Folge, dass man beim Stuhlgang zu stark presst. Zudem fördert Übergewicht das Problem, weil dann der Beckenboden stärker unter Druck steht. Das ist auch der Grund, warum so häufig schwangere Frauen unter Hämorrhoiden leiden.

Der Schweregrad bestimmt die Behandlung

Mediziner teilen Hämorrhoidalleiden in vier Schweregrade ein – je nachdem, ob sie beim Stuhlgang nach außen treten oder nicht, ob sie sich von selbst wieder zurückziehen oder zurückgeschoben werden müssen. Im schwersten Grad lassen sich die Hämorrhoiden gar nicht mehr zurückdrücken, wie die Gastro-Liga erläutert.

Nach dem Schweregrad richtet sich auch die Behandlung. Hämorrhoiden, die keine Probleme machen, müssen nicht behandelt werden. Bei leichteren Graden empfehlen Ärzte Salben oder Zäpfchen, die die Symptome lindern. Die Grade eins und zwei werden auch oft verödet (Sklerosierung). Dabei wird ein Mittel eingespritzt, das überschüssiges Gewebe schrumpfen und vernarben lässt. Eine andere verbreitete Methode ist die Gummibandligatur. Hier saugt der Arzt die Hämorrhoiden an und schnürt sie mit Gummibändern ab. Das abgeschnürte Gewebe stößt der Körper nach einigen Tagen von selbst ab.

Operation: Schneiden, Liften, Lasern

In fortgeschrittenen Stadien ist oft eine Operation nötig. Hier gibt es zahlreiche verschiedene Verfahren. Klassischerweise wird das überschüssige Gewebe herausgeschnitten. Lassen sich die Hämorrhoiden noch zurückschieben, ist auch die Stapler-Methode nach Longo möglich, bei der die vergrößerten Gewebeteile mit einem Klammernahtgerät entfernt werden. Andere Verfahren unterbrechen zum Beispiel die Blutversorgung des Hämorrhoidalpolsters.

Zu den neueren Methoden gehört die Laserbehandlung, die als schonender und schmerzärmer als manch etablierte Therapie gilt. Hier führt der Arzt eine Lasersonde in die Hämorrhoidalknötchen ein und lässt das Gewebe durch Hitzeimpulse von innen heraus schrumpfen. Noch während des Eingriffs sinkt der Druck in den Hämorrhoiden und das Gewebe bildet sich nach der Behandlung weiter zurück. Schließmuskel und Afterhaut werden dabei nicht verletzt und es entsteht keine äußere Wunde.

Welche Methode infrage kommt, muss im Einzelfall entschieden werden. Wichtig ist: Wer beim Stuhlgang Blutungen oder ein Brennen in der Analregion bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen.