So haben Entzündungen im Mund keine Chance

Die professionelle Zahnreinigung ist ein gutes Werkzeug, um Entzündungen einzudämmen und vorzubeugen. (Foto: proDente e.V.)
Die professionelle Zahnreinigung ist ein gutes Werkzeug, um Entzündungen einzudämmen und vorzubeugen. (Foto: proDente e.V.)

Was Diabetiker mit Parodontitis bei der Zahnpflege beachten sollten

(dbp/spo) Zahnfleischbluten, freiliegende Zahnhälse, Knochenabbau: Wer unter einer Parodontitis leidet und nichts dagegen unternimmt, dem droht langfristig der Zahnverlust. Besonders gefährdet sind Diabetiker. Sie können selbst aber einiges tun, um das Erkrankungsrisiko zu senken.

1. Den Blutzucker richtig einstellen.

Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerwert fördert Entzündungen. Umgekehrt sorgen dauerhafte Entzündungen im Körper – wie eben bei der Parodontitis – für erhöhte Blutzuckerwerte, da die Entzündungsmoleküle die Insulinwirkung hemmen. Für Diabetiker ist es deshalb das A und O, auf ihre Blutzuckerwerte zu achten. Ein gut eingestellter Diabetes ist auch die Voraussetzung dafür, dass die Parodontitisbehandlung besser und schneller wirkt.

2. Zu Hause auf eine gute Mundhygiene achten.

Die Initiative proDente empfiehlt Diabetikern – wie gesunden Menschen natürlich auch –, sich zweimal täglich die Zähne mit einer fluoridhaltigen Zahncreme zu putzen. Optimal sind fegende Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn hin („von Rot nach Weiß“). Zusätzlich sollten Diabetikerzähne einmal pro Woche mit einem Fluoridgel aus der Apotheke geputzt werden. Wichtig: Die Zahnzwischenräume nicht vergessen. Auch wenn das Zahnfleisch dann blutet, diese Stellen einmal täglich mit Zahnseide säubern. Wer große Zwischenräume hat, kann alternativ ein Zwischenraumbürstchen verwenden.

Tipp: Bei häufig erhöhten Blutzuckerwerten verringert sich der Speichelfluss. Für die Mundgesundheit ist ausreichend Speichel aber sehr wichtig, weil er schädliche Säuren verdünnt und Bakterien von den Zähnen spült. Wer oft ein trockenes Gefühl im Mund hat, kann den Speichelfluss mit zuckerfreien Kaugummis anregen.

3. Regelmäßig zur Vorsorge gehen.

Auch wenn keine Beschwerden spürbar sind, sollten Diabetiker zweimal jährlich einen Vorsorgetermin beim Zahnarzt wahrnehmen. Eine Entzündung des Zahnfleischs bleibt nämlich oft lange unbemerkt, weil keine Schmerzen auftreten. Der Zahnarzt kann mit dem Parodontalen Screening Index (PSI-Test) schnell erkennen, ob und wie sich eine Parodontitis entwickelt. Dabei testet er mithilfe einer Sonde, ob das Zahnfleisch zum Bluten neigt und ob sich bereits Taschen gebildet haben.

4. Die Zähne professionell reinigen lassen.

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt entfernt Beläge auch an Stellen, die beim Putzen zu Hause nicht erreicht werden. Deshalb ist die PZR ein gutes Mittel, um sowohl bestehende Entzündungen einzudämmen, als auch neue zu vermeiden. Einmal im Jahr empfehlen Zahnärzte jedem ihrer Patienten eine vorbeugende PZR. Ist das Parodontitisrisiko besonders groß, kann es sinnvoll sein, die Zähne häufiger reinigen zu lassen. Das sollte individuell mit dem behandelnden Zahnarzt besprochen werden.