Haarausfall muss frühzeitig behandelt werden

Erblich bedingter Haarausfall ist bei Männern die häufigste Form des Haarverlusts. Die Bildung von Geheimratsecken kann ein erster Hinweis auf die Erkrankung sein. (Foto: Fotolia / VadimGuzhva)
Erblich bedingter Haarausfall ist bei Männern die häufigste Form des Haarverlusts. Die Bildung von Geheimratsecken kann ein erster Hinweis auf die Erkrankung sein. (Foto: Fotolia / VadimGuzhva)

Nur eine frühe Diagnose und individuelle Behandlung kann den Haarverlust bremsen.

(dbp/abz) Grundsätzlich kann man dem Haarausfall nicht vorbeugen. Falls es dennoch dazu kommt, ist für eine wirksame Behandlung entscheidend, möglichst früh einen Facharzt aufzusuchen. Nur so ist eine exakte Diagnose und individuelle Therapie möglich, die den Haarverlust stoppt. „Leider warten viele Patienten viel zu lange ab, ehe sie ärztliche Hilfe in einer Haarsprechstunde suchen“, warnt Dr. Andreas Finner, Experte für Haarausfall und Haartransplantation an der Klinik am Wittenbergplatz in Berlin. Das führe gerade beim erblichen Haarausfall dazu, dass der Haarverlust weiter voranschreitet und eventuell Haarwurzeln dauerhaft geschädigt werden. Haarlose Stellen seien dann nur noch mit einer Haartransplantation zu retten.

Verschiedene Formen, verschiedene Ursachen

Genau wie Männer können auch Frauen unter Haarausfall leiden – dabei gibt es verschiedene Formen. Hautärzte unterscheiden vor allem zwischen diffusem Haarausfall, erblich bedingtem Haarausfall, bei dem die Haare immer dünner werden sowie kreisrundem Haarausfall. Auslöser für dünner werdende Haare ist bei Frauen oft der sinkende Östrogenspiegel in den Wechseljahren. Bei Männern ist der erblich bedingte Haarausfall die häufigste Form des Haarverlusts. Das Haar lichtet sich dabei von der Stirn bis zum Hinterkopf und in einigen Fällen bildet sich eine Glatze. Typischerweise beginnt das Ganze mit der Bildung der sogenannten Geheimratsecken, danach lichtet sich der obere Hinterkopf. Ursache ist eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel bezüglich männlicher Hormone, der Androgene. Auch ein hoher Testosteronanteil kann verantwortlich sein, denn Testosteron sorgt für die Bildung von Dihydrotestosteron, das wiederum die Haarfollikel beschädigen kann.

Frauen verlieren bei erblich bedingtem Haarausfall einen Teil ihres gesamten Haarvolumens, vorwiegend am Scheitel. Sind 50 Prozent weniger Haare da, schimmert die Kopfhaut durch. Beim kreisrundem Haarausfall fallen die Haare relativ plötzlich in einem klar umgrenzten Bereich aus. Die genaue Ursache ist unbekannt, die Mediziner vermuten jedoch eine Störung des Immunsystems. „Diese Form von Haarausfall ist nach dem genetisch bedingten Haarausfall die zweithäufigste Form“, weiß Dr. Finner. In der Regel seien davon jüngere Menschen betroffen und der Haarausfall verschwinde meist von selber – dann, wenn die Selbstheilungskräfte des Körpers den „Angriff“ aufs Immunsystem überwunden haben.

Hautarzt und Medikamente können den Haarverlust aufhalten

Weil Haarausfall viele verschiedene Ursachen haben kann, gibt es auch verschiedene Mittel, die vom Arzt verordnet werden können. Der kreisrunde Haarausfall sowie der erblich bedingte Haarausfall werden mit jeweils speziellen Medikamenten therapiert. „Erblich bedingter Haarausfall ist kein Schicksal und lässt sich in der Regel bremsen“, weiß Dr. Finner. Während bei Männern das Präparat Finasterid wirksam ist, hat sich bei Frauen der Wirkstoff Minoxidil bewährt. Er wird zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen und verbessert die Energieversorgung der Haarwurzeln.

In der Regel wird nach vier bis sechs Monaten eine Erfolgskontrolle durchgeführt und die Haardichte in einem festgelegten Kopfhautbereich am Computer gemessen. Ebenfalls bewährt habe sich der Wirkstoff Alfatradiol. Er soll die Umwandlung von Testosteron in das körpereigene Hormon Dihydrotestosteron (DHT) verhindern, welches die Haarwurzel schädigen kann. Ein neues äußerliches Präparat mit Melatonin könnte außerdem die Haaralterung verzögern.

Eine Kommentar schreiben

Ihre Emailadresse wird nicht veröffentlicht! Erforderliche Felder sind mit einem * gekennzeichnet.

Sie können folgende HTML Tags und Attribute verwenden:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>