Gute Zähne kosten gutes Geld

Eine Zahnzusatzversicherung kann ein wichtiges Puzzle-Stück bei der Vorsorge sein, denn gerade Zahnersatz kann sehr teuer werden und die Finanzen über die Maßen belasten. (Foto: Fotolia / Marco2811)
Eine Zahnzusatzversicherung kann ein wichtiges Puzzle-Stück bei der Vorsorge sein, denn gerade Zahnersatz kann sehr teuer werden und die Finanzen über die Maßen belasten. (Foto: Fotolia / Marco2811)

Zahnzusatzversicherungen können vor teuren Überraschungen schützen.

(dbp/abz) Gute Zähne sind viel wert. Dies trifft nicht nur im ideellen Sinn zu, weil gute Zähne Lebensqualität bedeuten und meist auch gut aussehen, sondern auch bei pragmatischer  materieller Betrachtung. Der Erhalt guter Zähne oder wenn nötig die Sanierung maroder Zahnreihen, reißt leicht ein Loch in die Kasse. Die Kosten für hochwertigen Zahnersatz gehen nämlich schnell in die Tausende und der Anteil, den die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen, schmilzt immer weiter. Gerade die Versorgung mit Zahnimplantaten wird schnell teuer – ein Einzelzahnimplantat kann durchaus 3.000 Euro kosten. Der Festzuschuss der Kasse beträgt bei einer Einzelzahnlücke je nach Befund und Bonus allerdings nur 300 bis knapp 400 Euro.

Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich im Gebiss Lücken auftun. Wer sich für den Lückenschluss dann mehr wünscht als die kostengünstige Standardversorgung, sollte über eine Zahnzusatzversicherung nachdenken. Angebote müssen jedoch vor Abschluss sorgfältig geprüft werden.

Vor allem der Ist-Zustand der Zähne beeinflusst die Prämie

Die meisten Verträge staffeln die Beiträge nach dem Eintrittsalter, nach dem Geschlecht und vor allem dem Gebisszustand. Wie bei jeder anderen Versicherung muss unabhängig vom Altersfaktor im Laufe der Jahre mit Beitragserhöhungen gerechnet werden. Der Gesundheitszustand des Gebisses wird detailliert abgefragt. Fehlen bereits Zähne, schlägt sich das ebenfalls auf den Beitrag nieder. Die Gesundheitsfragen des Versicherers sollten übrigens korrekt beantwortet werden, sonst erlöschen im Fall der Fälle die Ansprüche.

Die Auswahl an Versicherungsangeboten ist inzwischen groß. Vergleichen lassen sich die einzelnen Tarife allerdings nur schwer, sagt Elke Weidenbach, Referentin für den Bereich Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dafür sind die Leistungspakete zu unterschiedlich.

Wer sich für eine Zahnzusatzversicherung interessiert, sollte sich zuerst die Frage stellen, ob er die fälligen Beiträge langfristig bezahlen kann, rät die Verbraucherschützerin. Deren Höhe reicht zum Beispiel bei einem 30-jährigen Mann je nach Leistungspaket von einem bis zu etwa 21 Euro im Monat.

Je früher, desto besser

Vor Abschluss einer Versicherung sollte das Gespräch mit dem behandelnden Zahnarzt gesucht werden. Dieser kann am besten einschätzen, wie gut oder schlecht die Zahnsubstanz ist und was eventuell in Sachen Zahnersatz auf den Patienten zukommt. Dabei sollte man allerdings nicht zu lange warten, denn Zahnschäden, die bei Vertragsabschluss bereits vom Zahnarzt dokumentiert sind, übernehmen die Versicherer nicht – es sei denn, der Vertrag ist entsprechend gestaltet und damit auch teurer.

Grundsätzlich gilt: Eine Zahnzusatzversicherung sollte man nur nach gründlichem Vergleich verschiedener Angebote abschließen. Am besten, nachdem auch folgende Fragen geklärt sind: Passen die Leistungen der Versicherung zu meinen Bedürfnissen? Inwieweit werden Implantate bezuschusst? Werden Inlays bezuschusst und was ist, wenn der Zahnersatz im Ausland angefertigt werden soll? Einen ersten Überblick über die angebotenen Leistungspakete können sich Interessierte auch mithilfe der Vergleichsberichte der Stiftung Warentest verschaffen.