Gut schlafen im Alter

Rituale können beim Einschlafen helfen, zum Beispiel jeden Abend zur selben Zeit zu Bett gehen. (Foto: Yuri Arcurs / Fotolia)
Rituale können beim Einschlafen helfen, zum Beispiel jeden Abend zur selben Zeit zu Bett gehen. (Foto: Yuri Arcurs / Fotolia)

Schlafstörungen sollten untersucht werden – Schlafhygiene kann helfen.

(dbp/auh) Mit dem Älterwerden verändern sich die Schlafgewohnheiten. Der Schlaf ist nicht mehr so tief und daher anfälliger für Unterbrechungen. Diese Veränderungen sind ganz natürlich und sollten niemanden beunruhigen. Schlafstörungen sollten jedoch auch im Alter nicht einfach hingenommen werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) weist darauf hin, dass ältere Menschen keineswegs weniger Schlaf brauchen als jüngere, obwohl das eine weit verbreitete Ansicht sei. Wer also nicht genug Schlaf bekommt und deshalb tagsüber schläfrig ist und sich übermüdet fühlt, sollte den Ursachen auf den Grund gehen – in jedem Alter.

Schlafhygiene sollte stets das erste Mittel sein, wenn man spürt, dass etwas mit dem Schlaf nicht stimmt – unabhängig von der Art der Schlafstörung. In ihrem Patientenratgeber „Schlaf im Alter“ erklärt die DGSM, was Schlafhygiene ist: Verhaltensweisen und Lebensgewohnheiten mit günstigem Einfluss auf das Schlafvermögen. Schlafhygiene kann auch vorbeugend eingesetzt werden, um das Auftreten von Schlafstörungen zu verhindern.

Schlafregeln einhalten

An erster Stelle der Empfehlungen der DGSM steht das Einhalten von festen Ritualen, um den Tag-Nacht-Rhythmus zu stabilisieren. Also jeden Tag, auch am Wochenende oder im Urlaub, um dieselbe Zeit zu Bett gehen und morgens um dieselbe Zeit aufstehen. Wer Probleme mit dem Einschlafen hat, dem können ein kleiner Abendspaziergang oder das klasssiche Hausmittel „warme Milch mit Honig“ helfen. Von Alkohol als Schlummertrunk raten die Schlafexperten eher ab. Zwar könne das Gläschen am Abend das Einschlafen beschleunigen, aber auch die Schlafqualität beeinträchtigen, zum Beispiel durch frühes Aufwachen.

Kein Kaffee, keine Zigaretten

Koffein und Nikotin wirken anregend. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Tee und Cola sowie Medikamente, die Koffein enthalten, sollten drei bis vier Stunden vor der Schlafenszeit nicht mehr eingenommen werden. Übrigens: Ex-Raucher, die die Entzugserscheinungen überwunden haben, schlafen schneller ein und wachen nachts seltener auf.

Auch die Schlafumgebung kann Schlafstörungen verursachen, zum Beispiel wenn es im Schlafzimmer zu hell, zu laut, zu kalt oder zu warm ist. Die optimale Temperatur liegt laut DGSM zwischen 16 und 18 Grad Celsius. Musik hören, lesen, fernsehen – das alles sollte man nicht im Bett tun.

Bei Bedarf zum Spezialisten

Wenn die Schlafprobleme sich trotz Anwendung der Schlafhygieneregeln über vier Wochen hinziehen und wenn dadurch am Tag Beschwerden auftreten, sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Er kann die Ursache der Störung aufspüren und den Patienten bei Bedarf zum Spezialisten überweisen. Die Selbstmedikation mit Schlaftabletten über einen längeren Zeitraum ist in keinem Alter empfehlenswert, bei älteren Menschen aber besonders problematisch. Insbesondere wegen der möglichen Nebenwirkungen, die das Risiko für Stürze, Gedächtnisschwäche und Inkontinenz erhöhen.