Großer Leidensdruck durch Psoriasis

Die Kopfhaut zählt zu den von der Schuppenflechte häufig befallenen Körperstellen. (Foto: Farina3000 / Fotolia)
Die Kopfhaut zählt zu den von der Schuppenflechte häufig befallenen Körperstellen. (Foto: Farina3000 / Fotolia)

Schuppenflechte ist eine sehr alte Krankheit, über die dennoch recht wenig bekannt ist

(dbp/auh) Am 29. Oktober ist Welt-Psoriasis-Tag. Die „International Federation of Psoriasis Associations“, die den Aktionstag im Jahr 2004 ins Leben rief, will den mehr als 125 Millionen Menschen auf der Welt, die unter Schuppenflechte leiden, eine Stimme geben.

Eines der Ziele des Welt-Psoriasis-Tages: Aufmerksamkeit wecken und informieren. Das ist auch immer noch nötig, obwohl die Krankheit nach Angaben des Deutschen Psoriasis-Bundes bereits im Alten Testament erwähnt wird. Unkenntnis – sowohl bei Ärzten als auch bei Patienten und ihrem Umfeld – ist ein großes Problem, das den ohnehin großen Leidensdruck der Erkrankten noch verschlimmert.

Schuppenflechte ist nicht ansteckend

Die Schuppenflechte ist eine unheilbare, aber behandelbare Krankheit. Die sichtbaren Hautveränderungen (entzündete, schuppende, stellenweise blutige Stellen) lösen einen starken Juckreiz aus. Sie sind aber entgegen hartnäckig sich haltender Vorurteile nicht ansteckend. Schuppenflechte ist keine ausschließliche Hautkrankheit, sondern geht mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes, Arthritis und vielen weiteren Organ- und Gefäßschädigungen einher. Die psychische Belastung durch die Krankheit ist neueren Untersuchungen zufolge vergleichbar mit denen bei Herzinfarktpatienten.

Patienten wünschen sich bessere Therapie

Mit Vorurteilen aufräumen und die Versorgung der Patienten verbessern, das sind die Ziele der Verbände, die den Welt-Psoriasis-Tag in Deutschland veranstalten: das PsoNet (ein Zusammenschluss sämtlicher regionalen Psoriasis-Netzwerke), der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und der Deutsche Psoriasis-Bund (DPB). In einer gemeinsamen Erklärung machen sie die Problematik deutlich: Viele Psoriasis-Patienten seien mit der therapeutischen Behandlung ihrer Erkrankung unzufrieden – zu recht: „die meisten werden immer noch zu spät, falsch oder nicht ausreichend therapiert“, heißt es auf www.weltpsoriasistag.de. Rund 24 Prozent der Erkrankten gehen nach Expertenschätzung sogar überhaupt nicht mehr zum Arzt.

Dabei könnte vielen Patienten geholfen werden, so die Einschätzung von Hans-Detlev Kunz vom DPB. „Die Unterversorgung von schwer an Psoriasis erkrankten Menschen in Deutschland ist nicht weiter hinnehmbar”, sagt der Vertreter der Selbsthilfeorganisation.

„Wir haben in den letzten Jahren schon einiges verbessern können“, erläutert Dr. Ralph von Kiedrowski vom BVDD. „Zunehmend werden mehr Patienten schneller und besser behandelt und es zeigt sich, dass die Lebensqualität von Menschen, die mit Schuppenflechte leben müssen, deutlich gesteigert werden kann, wenn sie richtig versorgt werden.“

Auch in der Ursachenforschung werden Fortschritte gemacht. Bekannt ist, dass eine genetische Veranlagung die Krankheit auslösen kann – nicht muss. Laut DPB sind mehrere Gene dafür verantwortlich. Kürzlich entdeckte ein Forscherteam um Professor Michael Boutros am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, dass Psoriasis-Symptome – zumindest bei Mäusen – durch ein fehlendes Transport-Eiweiß namens Evi entsteht.

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Online-Informationen des Deutschen Psoriasis Bundes (DPB), www.psoriasis-bund.de; Online-Informationen des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD), www.bvdd.info; PM des DKZF vom 27.09.2013: „Mögliche Ursache für Schuppenflechte entdeckt“, alle Informationen abgerufen im Oktober 2013