Grippe: Und plötzlich ist das Fieber da

Kopfweh, Triefnase und hohes Fieber: Eine Grippe gehört in ärztliche Behandlung. (Foto: lynn2511/Fotolia)
Kopfweh, Triefnase und hohes Fieber: Eine Grippe gehört in ärztliche Behandlung. (Foto: lynn2511/Fotolia)

Warum mit einer waschechten Grippe nicht zu spaßen ist.

(dbp/spo) Zwar unterscheiden sich die auslösenden Viren, die Erkrankungssymptome aber ähneln sich: Gliederschmerzen, Kopfweh, Triefnase und Husten treten sowohl bei einer einfachen Erkältung als auch bei einer Grippe (Influenza) auf. Während der Schnupfen seinen Opfern aber noch etwas Bewegungsfreiheit lässt, streckt die Grippe sie meist richtiggehend nieder – und zwar ganz plötzlich.

Sehr schnell fühlen sich die Betroffenen sehr krank. Meistens sind neben Triefnase und Kopfweh auch hohes Fieber bis 40 oder 41 Grad, Muskelschmerzen, Schüttelfrost und ein trockener Reizhusten mit von der Partie. Bei kleinen Kindern kann sich die Influenza auch durch Magen-Darm-Beschwerden, Bauchschmerzen oder einen undefinierbaren Ausschlag zeigen, wie der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte mitteilt. Darüber hinaus kommt es bei den Kleinen am ersten Krankheitstag manchmal zu einem Ausschlag im Mund, dem sogenannten Grippe-Exanthem.

Achtung ansteckend!

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, beträgt bei der Grippe nur ein bis zwei Tage. Besonders fies: Schon einen Tag vor dem Ausbruch und noch bis zu fünf Tage nach Abklingen der Beschwerden sind die Betroffenen ansteckend.

Kennzeichnend ist zudem: Es kann Komplikationen geben. Besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kommt es teils zu schweren Verläufen. Weil die infizierten Schleimhäute der Atemwege ein guter Nährboden für Bakterien sind, folgt der viralen nach Angaben des HNO-Ärzteverbands schnell eine bakterielle Infektion. Etwa eine eitrige Bronchitis, eine Mittelohr-, Nasennebenhöhlen- oder gar Lungenentzündung, die dann mit Antibiotika behandelt werden muss. Möglich sind sogar Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems. In manchen Jahren fordert die saisonale Grippe in Deutschland mehrere tausend Tote – allerdings können diese Zahlen nur geschätzt werden.

Antivirale Mittel helfen nur am Anfang

Gerade wegen der möglichen Komplikationen sagen HNO-Ärzte eindeutig: Die Grippe gehört in ärztliche Behandlung, vor allem bei Menschen mit Vorerkrankungen, bei Schwangeren, Kindern oder Menschen über 60. Ärzte können die Diagnose meist schon anhand der Jahreszeit und der typischen Symptome stellen.

Zur Therapie gibt es verschreibungspflichtige antivirale Grippemittel, die den Krankheitsverlauf um etwa einen Tag verkürzen können, wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mitteilt. Allerdings müssen sie innerhalb der ersten zwei Tage nach Krankheitsbeginn genommen werden. Wer also bereits einige Tage zu Hause flach gelegen hat, dem nützen sie nichts mehr.

Ob Hausmittel wie Hühnerbrühe gegen die Beschwerden helfen, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Viel zu trinken ist aber in jedem Fall gut. Und: Der Wirkstoff Paracetamol lindert Beschwerden wie hohes Fieber und Schmerzen. HNO-Ärzte empfehlen darüber hinaus, viel zu schlafen und sich zu schonen. Wer eine Grippe hat, ist aber sowieso zu schlapp, um Bäume auszureißen.