Grippe: Flüchtlinge sind besonders gefährdet

Experten raten in dieser Saison insbesondere den Helfern von Flüchtlingen zur Grippeimpfung. (Foto: dp@pic / Fotolia)
Experten raten in dieser Saison insbesondere den Helfern von Flüchtlingen zur Grippeimpfung. (Foto: dp@pic / Fotolia)

(dbp/spo) Wenn im Spätherbst die alljährliche Grippesaison beginnt, könnte sich die Krankheit unter den Flüchtlingen in Notunterkünften rasend schnell verbreiten.

Davor warnt die Gesellschaft für Virologie (GfV).

Der Grund: Dort leben viele Menschen auf engstem Raum, zudem sind sie nach der Flucht häufig geschwächt oder krank. „Das sind optimale Voraussetzungen für das Influenza-Virus, sich schnell auszubreiten“, warnt der Marburger Virenexperte Professor Dr. Hans-Dieter Klenk. Eine Grippeimpfung sei deshalb für die Flüchtlinge sehr wichtig. Der diesjährige Grippeimpfstoff stehe bereits zur Verfügung, fügt GfV-Präsident Professor Dr. Thomas Mertens aus Ulm hinzu. Jetzt müsse rasch geklärt werden, wie die logistische Herausforderung gemeistert werden könne, möglichst viele Menschen in Notunterkünften zu impfen.

Auch Helfer sollten sich impfen lassen

Die Impfempfehlung gelte darüber hinaus auch für die ehrenamtlichen Helfer vor Ort. Wer Kontakt zu ungeschützten und immungeschwächten Personen hat, sollte sich unbedingt impfen lassen, um andere nicht anzustecken. Die beste Zeit für die Impfung sei Ende Oktober bis Anfang November.

In etwa 20 Prozent der Fälle hat die Grippe einen schweren Verlauf. Das heißt: Betroffene leiden nicht nur unter Schnupfensymptomen, sondern auch unter hohem Fieber, starken Gliederschmerzen und Atembeschwerden bis hin zur Atemnot.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung grundsätzlich für Menschen über 60 Jahren, für Patienten mit chronischen Vorerkrankungen wie etwa Diabetes oder Herzleiden, sowie für Schwangere.