Grauer Star: Operierte Augen brauchen Erholung

Nach der Staroperation schützt ein Verband das operierte Auge. Er kann in der Regel schon am Folgetag abgenommen werden. (Foto: Stefanie B/Fotolia)
Nach der Staroperation schützt ein Verband das operierte Auge. Er kann in der Regel schon am Folgetag abgenommen werden. (Foto: Stefanie B/Fotolia)

Was Patienten nach einer Kataraktoperation beachten sollten.

Etwa 600.000 vom Grauen Star (Katarakt) getrübte Augenlinsen werden in Deutschland jährlich durch neue Kunstlinsen ersetzt – so zumindest die Schätzung der Industrie. Augenärzten zufolge können über 90 Prozent der Patienten danach wieder deutlich besser sehen. Doch ist die scharfe Sicht tatsächlich gleich nach dem Gang aus der Klinik wieder da? Nicht ganz, denn obwohl der Austausch der körpereigenen gegen eine künstliche Linse heute minimalinvasiv und in nur etwa 20 Minuten über die Bühne geht, handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, von dem sich das Auge erst einmal erholen muss. In der Regel wird zunächst erst ein Auge operiert. Wenn das Ergebnis dann zufriedenstellend ist, folgt bei Bedarf das Zweite.

Ist ein stationärer Aufenthalt nötig, reichen dafür laut dem Berufsverband der Augenärzte (BVA) meist zwei bis drei Tage. Immer häufiger wird aber ambulant operiert, dann können die Patienten nach einer gewissen Überwachungsphase wieder nach Hause fahren – natürlich nur mit einer Begleitperson am Steuer. Das operierte Auge schützt zunächst ein Salbenverband, der aber schon am nächsten Tag abgenommen werden kann.

Anfangs nicht drücken oder reiben

Zuhause muss der Patient dann etwas mithelfen, damit das Auge optimal heilt. Der millimeterkleine Schnitt in der Linsenkapsel, durch den die neue Linse eingesetzt wurde, verschließt sich nach der Operation von selbst wieder, ohne dass es einer Naht bedarf. Trotzdem ist das Auge dadurch noch einige Zeit empfindlich und muss genau nach Anweisung des Arztes mit Augentropfen oder -salben behandelt werden. Auch die regelmäßigen Nachuntersuchungstermine sollten unbedingt wahrgenommen werden, damit mögliche Komplikationen frühzeitig entdeckt werden.

In den ersten Tagen sollte man jedes Drücken oder Reiben am operierten Auge vermeiden. Gleiches gilt für direkten Kontakt mit Seife, Shampoo oder Schminke, für Saunagänge und große körperliche Anstrengungen wie zum Beispiel schweres Heben oder Sport. Hier wird der Augenarzt die Erlaubnis geben, wenn das Training wieder aufgenommen werden darf.

Anfangs kann die Sehschärfe schwanken

Dass sich das Sehvermögen verbessert hat, bemerken die Patienten nach einer Staroperation im Optimalfall gleich am nächsten Tag. Bis sich das Auge endgültig erholt hat, dauert es allerdings einige Wochen – so lange kann die Sehschärfe noch schwanken. Oft brauchen die Betroffenen auch nach dem Ausheilen noch eine Brille, denn trotz exakter Voruntersuchung des Augapfels lässt sich die benötigte Stärke der Kunstlinse nur bis zu einem gewissen Grad vorherbestimmen. Und: Wurde zum Beispiel eine Linse für die Fernsicht eingesetzt, braucht es wahrscheinlich zusätzlich die obligatorische Lesebrille.

Für Autofahrer ist außerdem wichtig zu wissen: Erst wenn die endgültige Sehschärfe vorliegt, gegebenenfalls eine zusätzliche Brille angepasst wurde und der Augenarzt grünes Licht gibt, dürfen die Operierten wieder ans Steuer.

Ein Kommentar zu "Grauer Star: Operierte Augen brauchen Erholung"

  1. evida sagte am :

    ich habe vor 2 tagen eine blaufilterlinse bekommen, wer sagt mir ob ich nun in der nähe besser sehen kann oder in der ferne. ich selbst kann noch nichts feststellen, da ja getropft und gecremt wird. für eine antwort würde ich mich freuen

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