Gichtanfälle kommen oft aus heiterem Himmel

Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung beugen Gichtanfällen vor, denn sie senken den Harnsäurespiegel. (Foto: falkjohann 16to9foto / Fotolia)
Viel Bewegung und eine gesunde Ernährung beugen Gichtanfällen vor, denn sie senken den Harnsäurespiegel. (Foto: falkjohann 16to9foto / Fotolia)

Die Gelenkentzündung geht mit starken Schmerzen einher.

(dbp/fru) Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Harnsäurespiegel im Blut zu hoch ist. Gicht entwickelt sich über viele Jahre und kann unbehandelt langfristig die Gelenke deformieren und die Knochen zerstören. Experten unterscheiden zwischen einer primären und sekundären Form. Bei der primären Gicht sind überwiegend erbliche Faktoren für den Anstieg des Harnsäurespiegels verantwortlich. Die sekundäre Gicht kann durch andere Krankheiten,  etwa bei einer Tumorbehandlung durch Chemotherapie oder Bestrahlung, ausgelöst werden.

In den 50er Jahren glaubte man, dass die Gicht ausgerottet ist, denn üppige Mahlzeiten waren zu dieser Zeit eher nicht üblich. Mit zunehmendem Wohlstand tritt jedoch auch die Krankheit wieder vermehrt auf. Derzeit haben schätzungsweise 20 Prozent der Deutschen überhöhte Harnsäurewerte. Diese müssen jedoch nicht zwangsläufig eine Gicht-Erkrankung auslösen.

Männer sind öfter betroffen als Frauen

Typisch für Gicht ist die Ablagerung von Harnsäure in Form von Kristallen an verschiedenen Stellen des Körpers – hauptsächlich in Schleimbeuteln, Gelenken, Sehnen und unter der Haut. Aber auch in den Nieren können sich Kristalle ablagern und Nierensteine verursachen. „Ein akuter Gichtanfall tritt meist völlig überraschend während der Nacht auf. In 60 Prozent aller Fälle ist das Grundgelenk einer großen Zehe betroffen, das rötlich-violett anschwillt, heiß wird und stark schmerzt. Der Anfall kann nicht unbemerkt bleiben, denn kaum eine andere Gelenkkrankheit bereitet größere Schmerzen als ein akuter Gichtanfall“, erklärt die Deutsche Gicht-Liga. In solchen Fällen sollte man am nächsten Tag direkt zum Arzt.

Männer sind deutlich häufiger betroffen und gehören daher zur größten Gicht-Risikogruppe, weil sie gerne viel Fleisch essen und zu viel Alkohol trinken. Frauen hingegen verfügen, zumindest bis zu den Wechseljahren, durch Östrogene über ein hormonelles Schutzschild und ernähren sich zudem gesünder.

Gesunde Ernährung und am besten kein Alkohol

Die beste Methode, um Gichtanfällen vorzubeugen ist eine gesunde Ernährung und viel Bewegung, weil beides den Harnsäurespiegel senkt. Betroffene sollten vor allem darauf achten, dass nur wenig Purine (bestimmte Eiweißverbindungen) in ihren Lebensmitteln vorkommen. Hier ist z. B. der Verzehr von Milchprodukten empfehlenswert. Sie können das Risiko für einen Gichtanfall um bis zu 50 % senken. Auch Eier, Reis, Tee, Kaffee, Äpfel, Gurken, Kartoffeln, Tomaten, Brot und Nudeln enthalten kaum Purine. Am besten nimmt man eine Ernährungsberatung in Anspruch oder lässt sich von Apps mit integriertem Purinrechner und leckeren Rezepten inspirieren.

Und noch ein Tipp: Viel trinken spült die Niere und erhöht den Abtransport der Harnsäure. Auf alkoholhaltige Getränke sollte man aber verzichten, denn Alkohol hemmt die Ausscheidung von Harnsäure und erhöht somit die Harnsäurewerte. Dies gilt insbesondere für Bier, das selbst auch noch viel Purine enthält und somit doppelten Schaden zufügt. Eine weitere wichtige vorbeugende Maßnahme ist auch die Behandlung von weiteren Risikofaktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck und zu hohen Cholesterinwerten. Dann ist die Erkrankung in der Regel gut beherrschbar.

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