Gesundheitswerbung auf Energydrinks nicht erlaubt

Energydrinks enthalten verhältnismäßig viel Zucker. Das kann Übergewicht fördern und in Kombination mit den enthaltenen Säuren auch sehr zahnschädigend sein. (Foto: Fotolia / beermedia.de)
Energydrinks enthalten verhältnismäßig viel Zucker. Das kann Übergewicht fördern und in Kombination mit den enthaltenen Säuren auch sehr zahnschädigend sein. (Foto: Fotolia / beermedia.de)

(dbp/fru) Energydrinks sind besonders bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Gut 68 Prozent der europäischen Jugendlichen und 18 Prozent der Kinder trinken sie regelmäßig.

Ein Viertel der Jugendlichen trinkt sogar drei oder mehr Dosen auf einmal. Eine Alterskontrolle beim Verkauf gibt es nicht. Bei hohem Konsum ist ein Zusammenhang mit Kopfschmerzen, Schlafproblemen und Verhaltensauffälligkeiten zu beobachten.

Es ist also zu begrüßen, dass die EU dem Begehren der Erfrischungsgetränkeindustrie, mit Gesundheitsangaben zu Koffein auf Ihren Flaschen und Dosen zu werben, einen Riegel vorschiebt. „Wir wollen Energydrinks nicht verbieten“, sagt Christel Schaldemose, dänische Berichterstatterin beim EU-Parlament. „Wir haben auch nichts dagegen, dass die Leute diese Getränke trinken.“ Es gäbe allerdings viele Gründe, warum auf der süßen Koffeinbrause keine Gesundheitsaussagen zu Koffein stehen sollten.

Eher schädigende Wirkungen

Gesundheitswerbung würde den Konsum von derartigen Getränken bei Kindern und Jugendlichen zusätzlich fördern, heißt es in den Ablehnungsgründen des EU-Parlaments. Die Hersteller von koffeinhaltigen Getränken wollten künftig damit werben können, dass Koffein die Wachsamkeit oder auch die Konzentration steigert. Das Parlament bezweifelt, dass das tatsächlich eine positive gesundheitliche Wirkung ist. Zudem enthalten Energydrinks verhältnismäßig viel Zucker und können daher einen Beitrag zur Gewichtszunahme leisten. Darüber hinaus wirkt Zucker in Kombination mit den enthaltenen Säuren auch sehr zahnschädigend.

Dr. Martin Hulpke-Wette, Präventionsbeauftragter der Arbeitsgemeinschaft für niedergelassene Kinderkardiologen e. V., geht sogar davon aus, dass schon heute ein gewisser Prozentsatz der jugendlichen Energydrink-Konsumenten unerkannte Herzschädigungen aufweist. Um einen solchen Zusammenhang zu belegen, fehlen jedoch noch entsprechende Studien.