Gesunde Venen mit H2O und Omega-3

Gehört zu einer venengesunden Ernährung: viel Obst und Gemüse essen sowie stündlich ein Glas Wasser trinken. (Foto: Syda Productions / Fotolia)
Gehört zu einer venengesunden Ernährung: viel Obst und Gemüse essen sowie stündlich ein Glas Wasser trinken. (Foto: Syda Productions / Fotolia)

Mit Bewegung und der richtigen Ernährung kann man Venenleiden vorbeugen

(dbp/auh) Wenn es um die Venengesundheit geht, spielen viele Komponenten zusammen. Erbliche Veranlagung, hormonelle Einflüsse, Geschlecht und Alter gehören dazu. Die körperliche Belastung in Haushalt und Beruf ist ein weiterer Aspekt, denn langes Stehen oder Sitzen erschwert die Blutzirkulation. Rauchen schädigt alle Gefäße, also auch die Venen. Weniger bekannt ist, dass auch die Ernährung dazu beitragen kann, die Venen gesund zu erhalten oder zu schädigen.

Wer sich vor Augen hält, welche Schwerstarbeit die Venen leisten müssen, dem leuchtet eher ein, wie wichtig es ist, die Beine in Bewegung zu halten: Während für den Bluttransport in den Arterien das Herz als Pumpe dient, müssen die Venen rund 7.000 Liter Blut pro Tag entgegen der Schwerkraft zum Herzen zurückbefördern. Dabei kommt der sogenannten Muskel-Venen-Pumpe des Beines eine wichtige Funktion zu. Bei jeder Bewegung spannen sich die Muskeln an, üben Druck auf die Venen aus und pressen dadurch das Blut hinauf.

Bindegewebsschwäche kann erblich sein

Stundenlanges Sitzen oder Stehen erschwert das reibungslose Funktionieren des Bluttransports in den Venen also ganz erheblich. Treppen steigen, Spazierengehen, Wandern, Radfahren oder Schwimmen halten die Muskelpumpe aktiv und verbessern die Durchblutung. Insbesondere, wer unter einer anlagebedingten Bindegewebsschwäche leidet, sollte seinen Lebensstil auf solche Aspekte überprüfen, die die Venengesundheit zusätzlich beeinflussen.

Vorbeugung ist trotz erblicher Belastung möglich

„Zwar lassen sich genetische Anlagen nicht ausschalten, krankhaften Ausprägungen wie Krampfadern kann man jedoch aktiv vorbeugen“, erklärt Dr. Stefan Hillejan, Phlebologe und Proktologe von der Praxisklinik für Venen- und Enddarmerkrankungen in Hannover. Diverse Studienergebnisse legen nahe, dass die Ernährung dabei eine Rolle spielt. So berichtet die Deutsche Venen-Liga von einer amerikanischen Untersuchung, die auf Daten von 15.000 Erwachsenen basiert. Das Ergebnis laut Venen-Liga: „Wer viel Obst und Gemüse und regelmäßig Fisch isst, mindert sein Thromboserisiko deutlich. Wer dagegen regelmäßig viel Fleisch ist, erhöht sein Thromboserisiko.“ Thrombosen sind Blutgerinnsel, die sich vorzugsweise in den tief liegenden Venen der Beine bilden. Die amerikanische Studie bestätigte auch, dass Nährstoffe wie Folsäure und Vitamin B6 sowie Omega-3-Fettsäuren einen äußerst positiven Einfluss haben.

Fette Fische halten Venen geschmeidig

„Omega-3-Fettsäuren halten die Venen von innen elastisch und gesund“, erklärt Hillejan. Die hauptsächlich in Seefischen wie Lachs, Hering oder Makrele enthaltenen Fettsäuren senken den Gehalt an gefäßschädigendem LDL-Cholesterin und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Von Sonnenblumen- oder Sojaöl rät der Experte demgegenüber ab, da sie große Mengen der gefäßverengenden Omega-6-Fettsäuren enthalten und die Bildung von Blutgerinnseln fördern.

Ein Glas Wasser pro Stunde

Neben „guten“ Fetten seien auch die Vitamine C und E günstig, um Venenbeschwerden entgegenzuwirken. „Durch ihren antioxidativen Effekt fangen sie freie Radikale und verbessern so den Zusammenhalt des Bindegewebes. Wer also Chips oder Schokolade öfter durch Paprika, Mango oder Haselnüsse ersetzt, unterstützt auch seine Blutbahnen“, erläutert der Gefäßspezialist. Nicht zuletzt spielt eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr eine wichtige Rolle für die Durchblutung. Mit einem einfachem Trick könne man das Blut am Eindicken hindern: Einmal pro Stunde ein Glas Wasser trinken.