Gesunde Venen machen schöne Beine

Gut für die Venengesundheit: Bewegung und kalt-warme Temperaturwechsel. (Foto: Christa Eder / Fotolia)
Gut für die Venengesundheit: Bewegung und kalt-warme Temperaturwechsel. (Foto: Christa Eder / Fotolia)

Viel Bewegung und spezielle Venengymnastik kurbeln die Durchblutung an.

(dbp/auh) Der Frühling bringt es an den Tag: Besenreiser und Krampfadern, die unter langen Hosen und Strümpfen überwintert haben, kommen nun zum Vorschein. Sie sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern Symptome kranker Venen. Diese sollten vom Facharzt (Phlebologe) untersucht und behandelt werden.

Unbehandelte Venenleiden können nämlich gefährlich werden. Neben schweren Beinen und Krampfadern gehören auch Venenentzündung (Thrombophlebitis) und tiefe Bein- und Beckenvenenthrombosen zu den Venenerkrankungen. Jährlich sterben in Deutschland etwa 40.000 Menschen an einer Lungenembolie als Folge einer Thrombose.

Bewegung ist die wichtigste Art der Vorbeugung

Besteht eine Veranlagung zu Venenerkrankungen, kann vorgebeugt werden: An erster Stelle steht dabei körperliche Bewegung: „Aktiv und mobil“ lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA). Prof. Dr. med. Sebastian Schellong, Geschäftsführer der DGA und Leiter der Sektion Venenerkrankungen und Lymphologie: „Es gibt zudem spezielle Venengymnastik, die die Durchblutung ankurbelt, den natürlichen Pump-Mechanismus trainiert und die Venen so in ihrer Funktion unterstützt. Genetisch vorbelastete Menschen tun gut daran, solche Übungen zu praktizieren.“ Heben und Senken der Füße im Sitzen, Füße kreisen oder auf den Zehenspitzen wippen: „Alles, was die Oberschenkel-, Waden- und Fußmuskulatur beansprucht, ist gut“, erklärt der Venenexperte.

Auch kalt-warme Wechselduschen, von den Füßen angefangen bis hinauf zu den Oberschenkeln, stärken die Spannkraft der Venen und bringen die Beine in Form. Nach einem Sonnenbad ins kalte Wasser springen hat den gleichen positven Effekt auf die Venen. Wer schon eine Venenschwäche hat, sollte es mit dem Sonnenbaden nicht übertreiben. Auch heiße Wannenbäder sind ungünstig.

Ob Medikamente helfen, ist nach Angaben der DGA bisher nicht eindeutig erwiesen. Venenpräparate mit Rosskastanienextrakt können aber Wassereinlagerungen (Ödeme) verringern.

Lieber liegen und laufen statt sitzen und stehen

Positiv wirken sich Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren, Wandern, Nordic Walking oder Tanzen auf die Venengesundheit aus. „Besonders beim Schwimmen wirkt der Außendruck des Wassers der Erweiterung der Venen entgegen“, empfiehlt Schellong, „grundsätzlich sind alle gleichmäßigen rhythmischen Bewegungsarten gut“. Von Leistungssport dagegen rät der Experte wegen des Verletzungsrisikos ab.

Grundsätzlich ungünstig sind langes Stehen, Bewegungsmangel und Übergewicht. Die Deutsche Venen-Liga weist auf ihre „goldene Venenregel“ hin: Lieber liegen und laufen statt sitzen und stehen. Auch die Ernährung kann die Venengesundheit günstig beeinflussen. Der Rat der Venen-Liga lautet: Viel trinken und eine ballaststoffreiche Kost bevorzugen.