Gesund altern mit Kneipp

Barfuß im Schnee laufen senkt die Infektanfälligkeit und kann auch gegen Abgeschlagenheit und Müdigkeit helfen. (Foto: Fotolia / Spiber.de)
Barfuß im Schnee laufen senkt die Infektanfälligkeit und kann auch gegen Abgeschlagenheit und Müdigkeit helfen. (Foto: Fotolia / Spiber.de)

Schneetreten stärkt die Abwehrkräfte.

(dbp/spo/fru) Sebastian Kneipps Gesundheitskonzept ist über 150 Jahre alt. Sein Therapiemodell besteht aus den Komponenten Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung. „Die Kneipp-Therapie ist ganzheitlich und zielt darauf ab, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen“, heißt es auf den Seiten des Kneipp-Bunds. Die Grundidee dahinter: Der Organismus braucht Reize, um gesund zu bleiben. So braucht das Immunsystem z. B. den Kältereiz, um sich abzuhärten. Die Muskeln brauchen regelmäßige Belastung, um nicht zu verkümmern. Gleiches gilt für das Verdauungssystem. Und schließlich braucht auch die Seele soziale Kontakte und geistige Herausforderungen, um sich optimal zu entwickeln.

Eine Kur vereint alle Aspekte

Gesundheit ist demnach etwas, an dessen Erhalt man ständig arbeiten muss. Deshalb ist eine Kneipp-Kur nicht nur für Kranke gedacht, sondern auch als Präventionsmaßnahme, insbesondere für ältere Menschen. Kneipp-Heilbäder bieten einen guten Mix an Angeboten aus allen fünf Komponenten. Das Wasser spielt dabei natürlich eine zentrale Rolle. Es heißt, Kneipp habe sich einst selbst mit Tauchbädern in der Donau von der Tuberkulose geheilt. Nach Angaben des Kneipp-Bunds kannte der Pfarrer über 100 verschiedene Wasseranwendungen. Darunter sind nicht nur kalte Güsse, sondern auch Wickel, Packungen, Bäder sowie Waschungen mit warmem Wasser oder warmem und kaltem Wasser im Wechsel.

Bewegung ist für unsere Gesundheit unerlässlich. Der Mensch sollte deshalb einmal am Tag an seine körperliche Belastungsgrenze kommen, empfiehlt der Kneipp-Bund – oder zumindest seine Herzfrequenz deutlich nach oben bringen. Bei einer Kneipp-Kur wird zudem auf eine gesunde Ernährung Wert gelegt. Kneipp selbst plädierte für recht zeitlose Regeln: Möglichst einfach, naturbelassen und ausgewogen sollte das Essen sein. Darüber hinaus wird bei Kuren – je nachdem, welche Beschwerden vorliegen – die heilende Wirkung von Pflanzen und Kräutern genutzt. Die fünfte Säule, die Lebensordnung, setzt auf eine gute Balance zwischen Anstrengung und Erholung. „Weniger Stress, mehr Gelassenheit“ lautet das Ziel. Wie es erreicht wird, kann unterschiedlich sein: mit Entspannungstherapien wie Achtsamkeitstraining, Meditation, Yoga, oder aber Freizeitaktivitäten wie Malen, Spazierengehen oder dem Austausch mit anderen.

Die Wintersaison nutzen

Schnee ist ein äußerst wirksames Mittel zur Stärkung der Abwehrkräfte, erklärt der Kneipp-Bund. „In dieser Eigenschaft hilft er gegen Abgeschlagenheit, Müdigkeit und in manchen Fällen gegen chronische Kopfschmerzen, senkt Infektanfälligkeit und vermindert sogar in einigen Fällen übermäßige Fußschweißbildung“. Hierfür müsse man lediglich eine kurze Zeit durch ihn hindurchstapfen, am besten, wenn er frisch gefallen ist. Fürs erste Mal benötigt man ein bisschen Überwindung, außerdem ein Frotteehandtuch und warme Socken.

„Bevor Sie anfangen, stellen Sie sicher, dass Sie schön durchwärmt sind. Laufen Sie nun so lange barfuß durch den Schnee, bis es Ihnen unangenehm wird“, empfiehlt der Kneipp-Bund. Geübte könnten das bis zu 3 Minuten lang machen. Anschließend sollte man ins Warme, die Füße direkt abtrocknen, Wollsocken überstreifen und sich weiterhin bewegen oder ins warme Bett legen. Bei Harnwegsinfektionen, Blasen- oder Nierenerkrankungen sowie bei arteriellen Durchblutungsstörungen ist die Anwendung jedoch nicht zu empfehlen. Allgemein gilt: Kneipp-Anwendungen sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen.