Gesünder und gelassener durch Qigong und Tai-Chi

Qigong und Tai-Chi sind sehr alte chinesische Bewegungskünste, die man nach Anleitung auch zu Hause durchführen kann. (Foto: Fotolia / Monika Wisniewska)
Qigong und Tai-Chi sind sehr alte chinesische Bewegungskünste, die man nach Anleitung auch zu Hause durchführen kann. (Foto: Fotolia / Monika Wisniewska)

Fernöstliche Bewegungsformen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

(dbp/fru)  „Es kann dir jemand die Tür öffnen, hindurchgehen musst Du aber selbst.“ Dieser Spruch stammt vom chinesischen Philosophen Konfuzius und deutet an, dass man für sein Handeln und somit für sein Lebensglück selbst verantwortlich ist. Und so verwundert es nicht, dass auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die Stärkung der Selbstverantwortung eine große Rolle spielt, vor allem wenn es darum geht, mit den eigenen körperlichen und seelischen Ressourcen richtig umzugehen. Die TCM ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auf den fünf Säulen Akupunktur und Moxibustion, Arzneitherapie, Qigong und Tai-Chi, Massagetechniken sowie individuelle Diätetikprogramme basiert.

Stärkung der Lebensenergie von innen

Qigong und Tai-Chi (Abkürzung von Tai-Chi Chuan) sind Bewegungsansätze, die im Sinne der Selbstheilung und Selbsthilfe genutzt werden können. Mit dem übergeordneten Begriff „Qigong“ werden alle Übungen zusammengefasst, bei denen es darum geht, die Lebensenergie Qi im eigenen Körper zu steuern bzw. zu beeinflussen. Qi (ausgesprochen Chi) nimmt der Mensch beispielsweise über die Nahrung, den Atem aber auch über Bewegungen auf. Der Begriff Gong kann mit „Arbeit“ oder „Übung“ übersetzt werden. Qigong könnte man demnach als Arbeit mit der Lebensenergie bzw. die Pflege derselben interpretieren. Mit der Pflege des Qi ist eine bestimmte Form der „Selbstnährung“ des Menschen gemeint, also eine Stärkung der Lebensenergie von innen, durch den Menschen selbst.

Tai-Chi Chuan ist ursprünglich eine Kampfkunst (Chuan kann mit Faust übersetzt werden), die mit fließenden runden Bewegungen verbunden ist. Dabei steht die Philosophie im Vordergrund, dass das Starke und Harte durch das Schwache und Weiche überwunden werden kann. Auf einen Angriff wird daher mit Nachgeben reagiert, so dass die Angriffsenergie quasi verpufft. Aus dem Tai-Chi kennt man vor allem komplexere Übungen mit längeren Bewegungssequenzen. Sowohl Qigong als auch Tai-Chi basieren auf gleichen bzw. sehr ähnlichen Prinzipien und Bewegungsmustern. Daher ist eine deutliche Trennung der Bewegungsformen kaum möglich.

Geistige und körperliche Entspannung

Während vor dem 19. Jahrhundert noch die Selbstverteidigung im Vordergrund stand, ist es heutzutage die Harmonie von Körper, Geist und Seele. Qigong und Tai-Chi können bei der Krankheitsprävention und der Aktivierung von Selbstheilungskräften helfen und zudem eine geistige und körperliche Entspannung bewirken. Des Weiteren kann man mit regelmäßigen Übungen eine Verbesserung von Achtsamkeit und Konzentration erlangen. Dabei reichen nur wenige Minuten am Tag aus, weshalb diese Bewegungsformen bis ins hohe Alter praktiziert werden können.

Die Übungen durchlaufen einen fließenden Wechsel zwischen Yin und Yang, den in der TCM gleichzeitig einander entgegengesetzten und dennoch aufeinander bezogenen Kräften, das heißt z. B. zwischen vor und zurück, sinken und steigen, Leere und Fülle. Qigong und Tai-Chi können ärztliche Maßnahmen nicht ersetzen, aber dazu beitragen, bereits bestehende körperliche Beschwerden deutlich zu lindern und Heilungsprozesse zu unterstützen. Voraussetzung hierfür ist in jedem Fall eine qualifizierte Anleitung durch zertifizierte Übungsleiter oder Lehrkräfte.

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Onlineinformationen des Taiji Forums unter https://taiji-forum.de/ und des Deutschen Dachverbands für Qigong und Taijiquan e.V. (DDQT) www.ddqt.de; alle abgerufen im April 2016