Geriatrische Rehabilitation wird zu selten verordnet

Bei der häuslichen Rehabilitation kommen die Therapeuten zum Patienten nach Hause. So können diese außerhalb der Therapie in ihrer gewohnten Umgebung sein. (Foto: Fotolia / zinkevych)
Bei der häuslichen Rehabilitation kommen die Therapeuten zum Patienten nach Hause. So können diese außerhalb der Therapie in ihrer gewohnten Umgebung sein. (Foto: Fotolia / zinkevych)

(dbp/fru) Der Grundsatz „Reha vor Pflege“ ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch gibt es gerade hierzulande Probleme, diesen Richtsatz auch tatsächlich in die Praxis umzusetzen.

Das zeigt auch die Zahl der vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ausgesprochenen Reha-Empfehlungen. Mit knapp 31.000 im Jahr 2015 bei fast 1,5 Millionen Begutachtungen fiel diese aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie viel zu gering aus.

Dabei ist die positive Kosten-Nutzen-Rechnung von Rehabilitationsmaßnahmen in der Geriatrie längst Konsens. Die Lebensqualität der Patienten verbessert sich, Pflegebedürftigkeit wird vermindert oder kann sogar komplett verhindert werden.

Rehabilitation im häuslichen Umfeld ist vorteilhaft

„Mir erscheinen die deutschen Angebote für die Rehabilitation älterer Menschen grundsätzlich gut entwickelt“, sagt auch Professor Ian Cameron aus Sydney. Er leitet unter anderem das John Walsh Centre for Rehabilitation Research und berät als Geriater die australische Regierung in medizinischen Fragen älterer Menschen. Der Experte weist darauf hin, dass gerade nach Schlaganfällen oder Hüftfrakturen Rehabilitationsmaßnahmen sehr erfolgreich wären und es auch insgesamt immer mehr Hinweise für die positive Wirkung von Rehabilitation nach allgemeiner Immobilisierung und bei Gebrechlichkeit gibt.

Um bei Rehabilitationsmaßnahmen die höchste Kosteneffizienz und die besten Ergebnisse zu erzielen, kommt Cameron zu dem Schluss, dass es in vielen Fällen nützlich sei, die Rehamaßnahmen in der heimischen Umgebung stattfinden zu lassen. Die Effizienz könne man mit der einer stationären Rehabilitation durchaus gleichsetzen. Er sieht auch das Potenzial, dadurch die Nutzung von Pflegeeinrichtungen zu verringern.