Gen-Variante begünstigt Altersdiabetes

Viele Faktoren führen zu Diabetes, auch die genetische Disposition spielt eine Rolle. (Foto: Bilderbox)
Viele Faktoren führen zu Diabetes, auch die genetische Disposition spielt eine Rolle. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Wissenschaftler haben mithilfe eines neuen Verfahrens eine DNA-Variante entschlüsselt, die an der Entstehung von Typ-2-Diabetes beteiligt ist.

Das teilt die Technische Universität (TU) München mit. Die Forscher wollen damit die Grundlage für bessere Therapien legen.

Die Forscher sind mit ihrer Arbeit folgenden Fragen auf der Spur: Warum erkranken einige Menschen an Krebs, andere nicht? Wer ist anfällig für Altersdiabetes? Sie wissen bereits, dass viele Krankheiten eng mit der DNA des Menschen gekoppelt sind. Doch sie tappen noch im Dunkeln, wenn es darum geht, welche DNA-Varianten tatsächlich eine Krankheit auslösen – und wie genau dies dann vor sich geht.

Die neu gefundene Diabetes-Typ-2-Variante ist dafür verantwortlich, dass zu wenig Glyzerol-3-Phosphat produziert wird. Das ist ein Molekül, das eine entscheidende Rolle im Stoffwechsel von Fettzellen spielt. „Ist zu wenig da, führt dies zu einer erhöhten Konzentration freier Fettsäuren“, erklärt Dr. Melina Claussnitzer von der TU München. Und das wiederum gelte als Risikofaktor für Insulinresistenz, einer Vorstufe von Typ-2-Diabetes.

Für ihre Forschungen haben die Wissenschaftler ein neues computergestütztes Verfahren entwickelt. Sie legen dabei die Annahme zugrunde, dass wichtige DNA-Sequenzen in der Evolution über Artengrenzen hinweg erhalten geblieben sind. Diese wollen sie aufspüren, indem sie die Sequenzen verschiedener Wirbeltierarten miteinander vergleichen: je ähnlicher die Sequenzen, desto größer ihre Bedeutung. Diese Methode lässt sich neben dem Typ-2-Diabetes auch auf Krankheiten wie Osteoporose, Alzheimer oder Krebs anwenden.