Gemüse, Gewürze und viel Kokosmilch

Chilischoten, Ingwer, Kreuzkümmel, Muskatnuss, Sternanis, Gelbwurz und Bockshornklee gehören zu den klassischen Gewürzen in der ayurvedischen Küche. (Foto: Profotokris / Fotolia)
Chilischoten, Ingwer, Kreuzkümmel, Muskatnuss, Sternanis, Gelbwurz und Bockshornklee gehören zu den klassischen Gewürzen in der ayurvedischen Küche. (Foto: Profotokris / Fotolia)

Ein ayurvedischer Menüvorschlag für heiße Sommertage

(dbp/auh) Wer unter „leichter Sommerküche“ hauptsächlich kalte Speisen und Rohkost versteht, wird vom Menü der Ayurveda-Ärztin Kethakie De Silva-Hahn überrascht. Die aus Sri Lanka stammende Expertin empfiehlt speziell für die heißen Tage drei Gänge aus gekochten, warmen Mahlzeiten.

Drei Doshas bestimmen das Leben

In der ayurvedischen Küche werden die Grundprinzipien der traditionellen indischen Medizin beachtet. Ayurveda heißt wörtlich übersetzt das „Wissen vom Leben“, ist also nicht auf die Heilkunde beschränkt, sondern prägt alle Bereiche des Alltags. Ähnlich wie Yin und Yang in der chinesischen Medizin, so bestimmen in der ayurvedischen Lehre drei Prinzipien, „Doshas“ genannt, und fünf Elemente das Leben.

Das Dosha Pitta steht für Energie und Kraft, seine Elemente sind Feuer und Wasser. Das Dosha Kapha hat die Elemente Erde und Wasser, daraus folgt Festigkeit und Struktur. Das Dosha Vata (sprich: Wata) ist die Bewegung, steht für innen und außen, seine Elemente sind Luft und Raum. Die Doshas beeinflussen nicht nur das körperliche und seelische Befinden, sie finden sich auch außerhalb des Körpers im Wechsel der Tages- und der Jahreszeiten.

Es gibt keine Speisenverbote

„In der ayurvedischen Küche gibt es keine Verbote, sondern nur Gebote“, betont De Silva-Hahn, die an der Ayurveda-Universität von Colombo in Sri Lanka studierte, bevor sie 1996 nach Deutschland kam. Ein Gebot sei, dass stets alle Doshas „bedient“ werden sollten, unabhängig von der Jahreszeit. Kein Element solle dominieren.

Da Rohkost schwer verdaulich ist, werden Obst und Salate nicht am Abend gegessen. Zutaten, die in der ayurvedischen Lehre als säurebildend gelten, dazu gehören überraschenderweise gekochte Tomaten, finden gar keine Verwendung. Fleisch und Fisch hingegen gehören durchaus zur ayurvedischen Küche. Für ihren sommerlichen Menüvorschlag hat die Ärztin, die seit vier Jahren im Wellness-Hotel Gut Klostermühle praktiziert, allerdings eine vegetarische Variante gewählt.

Die traditionellen Gewürze wie Chili und Gelbwurz (Kurkuma) unterstützen die Immunabwehr, die Kokosmilch kühlt und liefert mit dem Wasser die Flüssigkeit, die bei Hitze vermehrt benötigt wird. Die Mengenangaben im folgenden Rezept sind für vier Personen.

Erster Gang: Zucchini-Cremesuppe

Ein Kilo Zucchini waschen, putzen und grob würfeln. Ein Esslöffel Ghee (eine Art Butterschmalz) in einem großen Topf erhitzen und die Zucchiniwürfel darin etwa fünf Minuten dünsten. Mit 675 Milliliter heißem Wasser auffüllen und mit einem halben Teelöffel gemahlenen, schwarzen Pfeffer, zwei Messerspitzen geriebener Muskatnuss und einem halben Teelöffel Salz würzen. Pürieren und mit zwei bis drei Esslöffel Kokosmilch verrühren.

Zweiter Gang: Süßkartoffel in Kokossoße

Zwei bis drei Süßkartoffeln schälen, waschen und in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden. Ein Esslöffel Ghee in einem Topf erhitzen und eine Chilischote kurz darin rösten. Dann die Süßkartoffelscheiben und folgende Gewürzen hinzufügen und anbraten: ein Teelöffel gemahlener Gelbwurz (Kurkuma), ein halber Teelöffel gemahlener Zimt, zwei Teelöffel Mangopulver, zwei Teelöffel Basilikumblätter und eine Messerspitze gemahlener Sternanis. Zwei Esslöffel Kokosmilchpulver mit 125 Milliliter heißem Wasser anrühren und zusammen mit ein bis zwei Esslöffel Kokosflocken in den Topf geben. Fünf Minuten kochen, bei Bedarf etwas Wasser hinzufügen, am Schluss mit Salz abschmecken.

Dritter Gang: Bananencurry

Vier bis fünf feste, nicht ganz reife Bananen schälen und in Scheiben schneiden. Ein bis zwei Esslöffel Ghee in einer Pfanne erhitzen und einen Teelöffel ganzen Kreuzkümmel darin rösten. Einen Teelöffel gemahlenen Kümmel, eine Messerspitze Chilipulver, einen Teelöffel gemahlenen Zimt, einen Teelöffel gemahlenen Gelbwurz und drei Esslöffel Wasser hinzufügen und etwa drei Minuten köcheln lassen. 150 Milliliter Kokosmilch einrühren und nach Belieben mit Salz abschmecken.