Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden

Etwa jede zwanzigste Einweisung in Krankenhäuser ist hierzulande Folge inkorrekter Medikamenteneinnahme. (Foto: Fotolia / Otto Durst)
Etwa jede zwanzigste Einweisung in Krankenhäuser ist hierzulande Folge inkorrekter Medikamenteneinnahme. (Foto: Fotolia / Otto Durst)

(dbp/fru) Fehler bei der Medikamentengabe können teilweise gravierende Folgen haben.

Von leichten Gesundheitsstörungen über schwere Erkrankungen bis hin zum Tod ist alles möglich. Etwa fünf Prozent aller Einweisungen in Krankenhäuser sind Folge inkorrekter Medikamenteneinnahme. Bei etwa zwei Prozent dieser Patienten verlaufen die sogenannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen (UAWs) tödlich.

Gerade bei älteren Menschen, die oft krankheitsbedingt mehrere Medikamente parallel einnehmen müssen, treten solche Fehler häufiger auf. Beispielsweise haben die gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel ungünstige Wechselwirkungen und lösen ernste Nebenwirkungen aus. Auch ein sich mit dem Alter veränderter Stoffwechsel kann die Wirkung und Verträglichkeit von Medikamenten beeinflussen. Aufgrund des demografischen Wandels wird dieses Problem zukünftig immer mehr Menschen betreffen. „Auch das deutsche Gesundheitssystem ist davon betroffen, denn durch eine falsche Medikation können hohe Folgekosten entstehen“, gibt Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS) zu bedenken.

Austausch bei bundesweitem Aktionstag

„Wir möchten den Blick für die Medikationssicherheit schärfen. Gesundheitseinrichtungen in Deutschland sollen die Möglichkeit bekommen, bewährte Lösungswege vorzustellen und sich darüber auszutauschen“, sagt François-Kettner mit Blick auf den 2. Internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September 2016. Das APS ruft bundesweit Krankenhäuser, Rehabilitationszentren, Praxen, Pflegeeinrichtungen, Organisationen und Verbände des Gesundheitswesens sowie Apotheken dazu auf, zu zeigen, wie solche Gefahren für Patienten möglichst gering gehalten werden können. Gesundheitsminister Hermann Gröhe hat den Aktionstag unter seine Schirmherrschaft gestellt.