Gelbliche Schuppen sind lästig, aber harmlos

Männer ab 40 Jahren sind häufig die Leidtragenden des seborrhoischen Ekzems. Spezielle Shampoos helfen. (Foto: Dream-Emotion / Fotolia)
Männer ab 40 Jahren sind häufig die Leidtragenden des seborrhoischen Ekzems. Spezielle Shampoos helfen. (Foto: Dream-Emotion / Fotolia)

Gegen das Seborrhoische Ekzem werden pilz- und entzündungshemmende Mittel eingesetzt

(dbp/mhk) Sie sind nicht trocken, sondern eher fettig und gelblich: Schuppen, die sich vor allem auf der Kopfhaut oder an Augenbrauen, Lidern, zwischen Mund und Nase, Brustbein oder Rücken bilden – dort, wo viele Talgdrüsen vorkommen. Unter den Schuppen ist die Haut gerötet. Seltener kommt ein Juckreiz auf Kopf, Rücken und im Gesicht hinzu.

Dr. med. Dipl.-Biol. Ulrich Klein, Dermatologe, Allergologe und Umweltmediziner aus Witten erklärt: Das seborrhoische Ekzem (seborrhoische Dermatitis, Morbus Unna) ist harmlos, nicht ansteckend, und gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten.

Bei Säuglingen bis zu drei Monaten ist sie unter dem Namen Gneis (häufig verwechselt mit Milchschorf) bekannt. Das seborrhoische Säuglingsekzem ist eine Sonderform, die auch ohne Behandlung folgenlos abheilt. Ab dem vierten Monat ist jedoch schon eine Neurodermitis möglich, warnt Klein. Bei Erwachsenen trifft es besonders häufig Männer ab dem 40. Lebensjahr und Frauen während oder nach den Wechseljahren. Oftmals mit Schuppenflechte, so Klein. Bis zu fünf Prozent der Bevölkerung leiden daran. Eine vollständige Heilung gibt es bislang nicht.

Ursache nicht vollständig geklärt

Veranlagung oder Lücken im Säureschutzmantel? Die chronische Entzündung der Haut wird vermutlich durch eine Infektion mit Pilzen ausgelöst, die sich als normale Bewohner der Haut bei erhöhter Talgproduktion (Seborrhoe) übermäßig vermehren und so eine verstärkte Entzündung im Bereich der Haarwurzel auslösen. Die Folge: Die Haut wird in gelblich-fettigen Schuppen abgestoßen. Als Ursachen diskutiert werden auch Stress sowie ein geschädigtes Nerven- und Immunsystem. Ein erhöhtes Risiko tragen, so die Beobachtung des niedergelassenen Hautarztes, Patienten mit Hirnfunktionsstörungen, nach Gehirn-Operationen, Parkinson-Patienten und HIV-Infizierte. Auch fettes Essen, Stress und Nikotin spielen eine Rolle.

Viele Betroffene verwechseln die Erkrankung mit normalen Schuppen oder einer Allergie. Der Hautarzt erkennt ein seborrhoisches Ekzem anhand der charakteristischen Hautveränderungen – notfalls mit mikroskopischer Untersuchung. Ausgeschlossen sein sollten Neurodermitis, Schuppenflechte oder Allergien.

Konsequente Behandlung

Die konsequente Behandlung mit pilz- und entzündungshemmenden, beruhigenden Präparaten bekämpft die Erkrankung. Rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind spezielle fettarme Salben, Puder, Waschgels, Shampoo (eventuell mit Zusatz von Salicylsäure oder Urea) sowie Schaum mit dem Wirkstoff Ketoconazol. Mitunter helfen auch Apfelessig, Kochsalzlösung oder Produkte mit Stiefmütterchenkraut (Viola tricolor).

In schweren Fällen werden die erkrankten Stellen zunächst mit Kortison behandelt. Ein Tipp von Dr. Klein: Nicht zu heiß und nicht zu lange duschen, baden oder Haare föhnen. Außerdem hilft eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Nikotin und Alkohol sowie die Vermeidung von Stress und anderen Belastungen. Urlaub am Meer wirke sich positiv aus wegen der Kombination aus Salzluft und Sonne.

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