Gefühlte Überlastung

Jede zehnte Mutter zeigt Burnout-Symptome und fühlt sich erschöpft und überlastet. (Foto: Fotolia / WavebreakmediaMicro)
Jede zehnte Mutter zeigt Burnout-Symptome und fühlt sich erschöpft und überlastet. (Foto: Fotolia / WavebreakmediaMicro)

Menschen mit Burnout-Syndrom fühlen sich ausgebrannt

Musikfans feiern die Rückkehr von „Rosenstolz“ nach einer jahrelangen Auszeit. Zu dieser Auszeit hat sehr wahrscheinlich auch die Burnout-Diagnose bei Peter Plate geführt. Der Sänger des Berliner Pop-Duos stand im Januar 2009 bei einem Konzert auf der Bühne und bekam plötzlich keine Luft mehr – eine Panikattacke. Er unterbrach den Auftritt, ließ sich ärztlich behandeln und machte weiter. Am nächsten Morgen kam jedoch der Zusammenbruch: „Ich fing an zu weinen und konnte nicht mehr aufhören“, gestand der Musiker in späteren Interviews. „Ich versuchte zu funktionieren, redete mir ein, dass ich das schaffe, obwohl ich schon damals unter Panikattacken und depressiven Stimmungen litt. Ich bin ständig über meine Grenzen gegangen.“

Grundsätzlich kann es jeden treffen

Jeder, der beruflich oder privat stark gefordert wird, kann von einem Burnout betroffen sein. „Meist wird von Burnout gesprochen bei einem Zustand großer Erschöpfung, verbunden mit innerer Unruhe, Schlafstörungen, dem Gefühl der Überforderung und auch der gefühlsmäßigen Überlastung. Das sind allerdings Krankheitszeichen, die alle auch im Rahmen depressiver Erkrankungen auftreten“, erklärt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Burnout passe zur Lebenswirklichkeit vieler Menschen. Sie fühlten sich erschöpft und von dem Begriff angesprochen. Zudem gelte laut Stiftung ein Burnout in der heutigen Leistungsgesellschaft im Gegensatz zur Depression als eher akzeptiert.

Das Phänomen Burnout wurde erstmals im Jahre 1974 von dem amerikanischen Psychotherapeuten Herbert J. Freudenberger beschrieben, teilen die „Neurologen und Psychiater im Netz“ auf ihren Internetseiten mit. Damals wurde Burnout als Problem von in Sozialberufen tätigen Menschen angesehen. Heutzutage werden über alle Berufe hinweg Burnout-Situationen erlebt. Insofern kann Burnout als wahrgenommene, anhaltende Diskrepanz zwischen individuellen Ansprüchen und Möglichkeiten sowie der jeweiligen situativen Wirklichkeit angesehen werden. So gibt es Menschen, die auch ohne von außen ersichtlichen Druck „ausbrennen“ und solche, die relativ hohe Belastungen eher als anregend erleben und gesund bleiben, erklären die „Neurologen und Psychiater im Netz“.

Keine „Krankheit“ im medizinischen Sinne

Die mit Burnout assoziierten Beschwerden beziehen sich meist auf mehrere Bereiche. Dazu gehören z. B. emotionale Erschöpfung, eine verringerte Arbeitsleistung oder Distanzierung. Eine Einheitlichkeit im Beschwerdebild besteht nicht, weshalb Burnout bis heute auch keine anerkannte medizinische Diagnose bzw. „Krankheit“ darstellt.

In der Bewältigung eines Burnouts geht es grundsätzlich darum, die eigenen individuellen Möglichkeiten mit den persönlichen Erwartungen und äußeren Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen oder zumindest zu verbessern. Entspannungstechniken, eine gesunde Lebensführung, Reflexion und eine bessere Work-life-Balance können hierbei helfen. Eventuell ist auch eine therapeutische Unterstützung sinnvoll. „Zudem ist in Sozialberufen die Teilnahme an Supervisions- und Selbsterfahrungsgruppen wichtig“, empfehlen die „Neurologen und Psychiater im Netz“. Darüber hinaus können ggf. auch berufliche Weiterbildungsmaßnahmen oder Coachings sinnvoll sein.