Gefahr Gebärmutterhalskrebs

In Deutschland steht jährlich jeder Frau ab 20 Jahren zur kostenlosen Krebsfrüherkennung der sogenannte "Pap-Test" zur Verfügung. (Foto: Franz Pfluegl / Fotolia)
In Deutschland steht jährlich jeder Frau ab 20 Jahren zur kostenlosen Krebsfrüherkennung der sogenannte "Pap-Test" zur Verfügung. (Foto: Franz Pfluegl / Fotolia)

Frühzeitig erkannt, lässt sich das Zervixkarzinom gut behandeln.

(dbp/fru) Laut der aktuellen Broschüre „Krebs in Deutschland“ des Robert Koch Instituts erkrankten im Jahr 2012 bundesweit etwa 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs  (medizinisch Zervixkarzinom). Diese Krebsart betrifft die Verbindung zwischen dem unteren Teil der Gebärmutter und der Scheide. Hingegen ist bei Gebärmutterkrebs „nur“ der Gebärmutterkörper betroffen. „Voraussetzung für die Entstehung eines Zervixkarzinoms ist eine Ansteckung und langjährige Infektion mit bestimmten krebsauslösenden Humanen Papillomviren (HPV)“, teilen die „Frauenärzte im Netz“ mit.

Auch bei leichten Beschwerden zum Arzt

Da sich Gebärmutterhalskrebs meist unbemerkt entwickelt und keine typischen Beschwerden verursacht, wird die Diagnose oft recht spät erstellt. Erste Anzeichen für eine Erkrankung können laut Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums vaginaler Ausfluss, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, außerhalb des Menstruationszyklus oder nach den Wechseljahren sein. Allerdings können solche Beschwerden auch bei einer Entzündung oder einer gutartigen Wucherung auftreten. Eine Abklärung beim Frauenarzt sollte dennoch stattfinden. Wenn Schmerzen im Kreuz- und Beckenbereich, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang sowie Lymphstau in den Beinen auftreten, kann das schon ein Indiz für ein fortgeschrittenes Zervixkarzinom sein. In solchen Fällen sollte dringend der Frauenarzt aufgesucht werden.

In der Praxis kann dann mit einem speziellen Untersuchungsmikroskop (Kolposkop) die Scheide und der Muttermund beleuchtet und somit kleinste Gewebedefekte, Geschwülste und Blutungen sichtbar gemacht werden. „Entsteht bei der Kolposkopie der Verdacht auf eine bösartige Veränderung des Muttermundes, wird eine Gewebeentnahme unumgänglich (meistens Konisation)“, erklären die „Frauenärzte im Netz“. Bei diesem kleinen, relativ komplikationsarmen Eingriff wird im Krankenhaus unter kurzer Vollnarkose ein flacherer oder steilerer Kegel aus dem Gebärmutterhals herausoperiert und anschließend im Labor feingeweblich und mikroskopisch untersucht. Bei dem Eingriff erfolgt immer auch eine Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut (Kürettage), um eine mögliche Ausdehnung der bösartigen Veränderungen auf den Innenraum der Gebärmutter auszuschließen.

Operation ist Mittel der Wahl

Im Frühstadium reicht die Konisation meistens schon aus, um das veränderte Gewebe vollständig zu entfernen. Ansonsten kommen weitere Operationsmethoden infrage. In vielen Fällen kann die Gebärmutter vollständig oder teilweise erhalten werden. Dies spielt insbesondere für Frauen eine Rolle, bei denen noch ein Kinderwunsch besteht. Eine komplette Entfernung der Gebärmutter muss nur erfolgen, wenn der Krebs schon in tiefere Gewebeschichten vorgedrungen ist – eventuell müssen dabei auch Lymphabflusswege sowie entsprechend betroffene Lymphknoten entfernt werden. Unterstützend können auch Bestrahlung und Chemotherapie bei der Behandlung eingesetzt werden.

Soweit muss es jedoch nicht kommen, wenn Frauen regelmäßig zur Vorsorge gehen würden. Hierzulande steht jeder Frau ab 20 Jahren zur Krebsfrüherkennung einmal im Jahr kostenlos ein einfacher Zellabstrich vom Gebärmutterhals (sogenannter „Pap-Test“) zur Verfügung. Damit kann man Zellveränderungen und Krebsvorstufen am Gebärmutterhals aufspüren – noch bevor Gebärmutterhalskrebs entsteht. Zudem bieten Frauenärzte mit der HPV-Impfung eine Möglichkeit, allgemein das Risiko für eine Gebärmutterhalskrebs-Erkrankung zu verringern. Experten empfehlen die Impfung noch vor dem ersten Geschlechtsverkehr.