Gefährliche Lungenerkrankung

Der Arzt kann mithilfe einer körperlichen Untersuchung und eines Lungenfunktionstests (Spirometrie) schnell herausfinden, ob die Atemwege tatsächlich verengt sind. (Foto: Fotolia / Lydie stock)
Der Arzt kann mithilfe einer körperlichen Untersuchung und eines Lungenfunktionstests (Spirometrie) schnell herausfinden, ob die Atemwege tatsächlich verengt sind. (Foto: Fotolia / Lydie stock)

Bis 2030 werden schätzungsweise acht Millionen Deutsche von COPD betroffen sein.

(dbp/spo/fru) Wenn beim Treppensteigen ständig die Luft wegbleibt, der Atem pfeift und im Hals ein immer wiederkehrender Hustenreiz sitzt, sollte man dringend zum Arzt. Der Grund: Es könnte sich um eine chronische Entzündung der Bronchien und/oder eine Schädigung der Lungenbläschen handeln. Mediziner stellen dann oft die Diagnose „Chronisch obstruktive Lungenerkrankung“ – kurz COPD (englisch: chronic obstructive pulmonary disease). Der Begriff obstruktiv steht dabei für eine Verengung der Atemwege. COPD ist nicht zu verwechseln mit Asthma, bei dem oft eine allergische Reaktion vorausgeht. Sind die Bronchien chronisch entzündet, schwellen sie an, verschleimen und lassen weniger Luft hindurch. Bei zerstörten Lungenbläschen kann beim Atmen nicht mehr so viel Sauerstoff aufgenommen werden als im gesunden Zustand.

Weit verbreitet aber kaum bekannt

Obwohl der Name COPD wenig bekannt ist, sind solche chronischen Lungenleiden hierzulande weit verbreitet. Der Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrum München geht für das Jahr 2030 von etwa acht Millionen Betroffenen aus. Die häufigsten Ursachen sind entweder eine Bronchitis, die nicht richtig ausheilt und deshalb chronisch wird oder eine ständige Luftverschmutzung am Arbeitsplatz. Der bei weitem häufigste Grund ist jedoch das Rauchen. Deswegen halten Betroffene die Symptome anfangs lediglich für einen Infekt oder den vermeintlich harmlosen Raucherhusten. Bis zu 50 Prozent der älteren Raucher haben eine COPD, also eine sogenannte Raucherlunge, teilt der Bundesverband der Pneumologen mit. Auch regelmäßige Passivraucher haben ein höheres Erkrankungsrisiko als jene, die sich überwiegend in einem rauchfreien Umfeld bewegen.

Heilbar ist eine COPD nicht, denn einmal zerstörte Lungenstrukturen sind nicht wiederherstellbar. Allerdings ist es möglich, den Verlauf zu bremsen – ohne Therapie können sich die Symptome nach Angaben der Deutschen Lungenstiftung langfristig deutlich verschlechtern. Das führt teilweise sogar dazu, dass Betroffene zum Pflegefall werden, weil sie wegen der zunehmenden Atemnot bestimmte Alltagstätigkeiten nicht mehr alleine ausführen können. Wer sich aber frühzeitig ärztliche Hilfe sucht und seinen Lebenswandel anpasst, kann die Krankheit meist gut in den Griff bekommen. Es gibt Medikamente, die die Atemwege weiten, spezielle Krankengymnastik, mithilfe derer die Körperhaltung verbessert wird, sowie hilfreiche Atem- und Hustentechniken. Wichtig ist natürlich, mit dem Rauchen aufzuhören.

Diagnose mit dem Lungenfunktionstest

Der Bundesverband der Pneumologen (Lungenfachärzte) erläutert, warum es überhaupt zum typischen Raucherhusten, der auf eine COPD hinweisen kann, kommt: Wer 20 bis 25 Jahre jeden Tag an die 20 Zigaretten geraucht hat, hat die Flimmerhärchen auf seiner Atemwegs-Schleimhaut damit weitgehend zerstört. Damit ist allerdings auch die Reinigungsfunktion der Schleimhäute dahin, der regelmäßige Husten ist also die einzige Chance für den Körper, Schadstoffe und unerwünschte Mikroorganismen aus den Atemwegen zu befördern.

Ob hinter den Beschwerden tatsächlich eine COPD steckt, kann letztendlich nur ein Arzt feststellen. Lungenfachärzte raten, eine Atemnot bei körperlicher Anstrengung und Husten, der länger als acht Wochen anhält, auf jeden Fall abklären zu lassen. Mithilfe einer körperlichen Untersuchung und eines Lungenfunktionstests (Spirometrie) kann schnell herausgefunden werden, ob die Atemwege tatsächlich verengt sind.