Gedächtnisstörungen vom Facharzt abklären lassen

Gedächtnisstörungen können verschiedene Ursachen haben. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)
Gedächtnisstörungen können verschiedene Ursachen haben. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)

(dbp/auh) Wer unter anhaltenden Gedächtnis- oder Wortfindungsstörungen leidet, sollte unabhängig vom Alter eine Abklärung der Ursache beim Facharzt anstreben.

Das rät Professor Frank Jessen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Es müsse nicht unbedingt eine Demenzerkrankung, wie zum Beispiel Alzheimer dahinter stecken. Gedächtnisprobleme können auch von anderen Erkrankungen verursacht werden, die gut behandelbar oder sogar heilbar sind, so Professor Jessen. „Eine frühe Diagnose und gezielte Behandlung solcher anderer Krankheiten ist dann für den weiteren Erkrankungsverlauf wichtig.“ Beispielsweise seien Gedächtnisprobleme mögliche Begleiterscheinungen bei einer Depression. „Daneben können auch andere Störungen und Erkrankungen wie unter anderem eine Unterfunktion der Schilddrüse, ein Vitamin-B12- oder ein Folsäuremangel sowie Erkrankungen der Nieren, der Leber und der Bauchspeicheldrüse Symptome einer Demenz zeigen.“

Und wenn es doch Alzheimer ist? „Die Alzheimer-Erkrankung ist heutzutage zwar noch nicht heilbar und nur begrenzt behandelbar, doch bringt die Früherkennung einer nachlassenden Hirnfunktion für bestimmte Personengruppen Vorteile mit sich“, teilt die DGPPN im Portal www.psychiater-im-netz.org mit.

Für Menschen, die keinerlei Beschwerden haben, bestehe allerdings überhaupt kein Anlass, eine Untersuchung zur Früherkennung von Alzheimer wahrzunehmen. „Die heutigen Verfahren erlauben keine Vorhersage einer Demenz bei gesunden Personen. Gesunden Menschen muss man daher von einer Alzheimer-Diagnostik abraten“, betont Professor Jessen. Eine Ausnahme bilden Personen aus Familien, in denen die Alzheimer-Erkrankung gehäuft auftritt und dies auch bereits in jungen Jahren – etwa zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Hierbei kann es sich um eine erblich bedingte Form der Alzheimer-Krankheit handeln, die auf eine genetische Mutation zurückgeht. In diesen Fällen sollten sich Betroffene ausführlich informieren und zu dem Nutzen und den Nachteilen einer Früherkennungsuntersuchung beraten lassen.