Gebrochenes Herz statt Herzinfarkt?

Mediziner nennen das Syndrom des gebrochenen Herzens "Takotsubo-Kardiomyopathie". (Foto: La-Liana / Pixelio)
Mediziner nennen das Syndrom des gebrochenen Herzens "Takotsubo-Kardiomyopathie". (Foto: La-Liana / Pixelio)

(dbp/spo) Plötzlich auftretende Brustschmerzen und Atemnot gelten als Alarmzeichen für einen Herzinfarkt.

Was viele nicht wissen: Manche Menschen, die mit einem entsprechenden Verdacht ins Krankenhaus kommen (etwa 2,5 Prozent), haben gar keinen Infarkt, sondern leiden am Syndrom des gebrochenen Herzens.

Für die Notärzte ist das schwer zu unterscheiden, da auch das EKG gleich ausfällt. Bislang kann das Syndrom nur mittels einer Herzkatheteruntersuchung festgestellt werden, bei der sich dann im Gegensatz zum Herzinfarkt keine verstopften Herzkranzgefäße zeigen. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben jetzt allerdings gemeinsam mit Züricher Kollegen einen Biomarker im Blut gefunden, der ebenso zum Nachweis taugt. Möglicherweise könnten so in ein paar Jahren Kliniken über entsprechende Bluttests verfügen.

Vor allem Frauen sind betroffen

Das Syndrom des gebrochenen Herzens (medizinisch: Takotsubo-Kardiomyopathie) ist eine Funktionsstörung des Herzmuskels. Sie tritt meistens nach einer großen emotionalen Belastung auf – wie zum Beispiel dem Tod eines Angehörigen oder Mobbing im Beruf. Zu 90 Prozent sind nach MHH-Angaben ältere Frauen davon betroffen, während es beim Herzinfarkt zu 70 Prozent ältere Männer sind.

In den ersten Stunden sind beide Krankheiten gleich gefährlich. Die Funktionsstörung beim gebrochenen Herzen bildet sich allerdings nach der Akutphase meist wieder vollständig zurück. Beim Herzinfarkt hingegen bleiben Narben, die die Pumpleistung dauerhaft stören können.