Gebremstes Ausatmen hilft bei Luftnot

Die Lippenbremse ist eine Technik des gebremsten Ausatmens. (Foto: lefebvre_jonathan / Fotolia)
Die Lippenbremse ist eine Technik des gebremsten Ausatmens. (Foto: lefebvre_jonathan / Fotolia)

(dbp/auh) Die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung geben Tipps für Menschen mit Atemproblemen.

„Bei Patienten mit chronisch‐obstruktiven Lungenerkrankungen wie chronischer Bronchitis, Asthma oder Lungenemphysem, sind die Atemwege so verengt, dass die Atemluft nicht mehr ungehindert ein‐ und ausströmen kann“, erläutert Professor Harald Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung auf www.lungenaerzte-im-netz.de.

Morr beschreibt die Symptomatik: „Insbesondere das Ausatmen ist erschwert und so bleibt nach jedem Atemzug Luft in der Lunge zurück. Dies behindert wiederum das weitere Einatmen: Denn je weniger die verbrauchte Luft, die eigentlich wieder ausgeatmet werden müsste, aus der Lunge herausströmen kann, umso weniger Platz verbleibt in der Lunge, um frische Luft einzuatmen.“ Luftnot, die sich stetig verschlimmert, ist die Folge.

Mithilfe der „dosierten Lippenbremse“, einer leicht erlernbaren Technik des Ausatmens, werden die Bronchien so weit wie möglich offen gehalten, damit die Ausatemluft besser aus der Lunge herausströmen und somit auch wieder mehr frische Luft eingeatmet werden kann.

Um die dosierte Lippenbremse durchzuführen, legt man die Lippen locker aufeinander, so dass beim Ausatmen durch den Mund ein leise vibrierendes Strömungsgeräusch entsteht. „Wichtig ist, darauf zu achten, dass man die Luft möglichst langsam ausströmen lässt, um die Dauer des Ausatmens bewusst zu verlängern“, rät Professor Morr.

Die Lippenbremse sollte nicht erst zum Einsatz kommen, wenn die Kurzatmigkeit bereits eingetreten ist. Patienten können diese Atemtechnik in allen Situationen körperlicher oder auch seelischer Belastung einsetzen, bei denen sie nach eigenen Erfahrungen außer Atem kommen, zum Beispiel beim Treppensteigen, beim Einkaufstütenschleppen oder bei verschiedenen Formen emotionaler Erregung. „Auch in Notfällen stellt das Beherrschen der Lippenbremse eine wesentliche Hilfe zur Selbsthilfe dar, um akute Atemnot und die damit verbundenen Panik zu lindern“, betont Professor Morr.