Fußfehlstellungen bei Kindern

Etwa 99 Prozent aller Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt, aber nur ein Drittel wird mit gesunden Füßen erwachsen. (Foto: Fotolia / PhotographyByMK)
Etwa 99 Prozent aller Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt, aber nur ein Drittel wird mit gesunden Füßen erwachsen. (Foto: Fotolia / PhotographyByMK)

Deformationen sind keine Seltenheit.

(dbp/fru) Fußfehlstellungen bei Kindern sind in der Regel angeboren oder entstehen im Laufe der Zeit z. B. durch Bindegewebsschwäche oder Veranlagung. Auch starkes Übergewicht steht im Verdacht, den Füßen zu schaden. Deshalb sollten übergewichtige Kinder frühzeitig einem (Kinder)Orthopäden vorgestellt werden. Zu den angeborenen Fußdeformitäten zählen der Klumpfuß, der Hackenfuß, der Sichelfuß sowie der Plattfuß.

Unterschiedliche Ausprägungen möglich

Bei einem Klumpfuß handelt es sich um eine komplexe Deformität des Fußes, die aus mehreren Komponenten wie Spitzfuß, Hohlfuß und Sichelfuß bestehen kann, heißt es auf dem Portal kinderfußgesundheit.de. Die einzelnen Komponenten können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, sodass es zahlreiche Varianten für ein und dieselbe Erkrankung gibt. In sehr schweren Fällen muss der Klumpfuß operativ korrigiert werden. Ansonsten findet i.d.R. eine konservative Behandlung statt, bei welcher der Fuß in eine Gipsschiene kommt und durch wöchentliche Gipswechsel jedes Mal etwas mehr korrigiert wird.

Beim Hackenfuß ist der Fuß durch eine Steilstellung des Fersenbeins abnorm nach oben gezogen und kann je nach Schweregrad nur bedingt gesenkt werden. Normalerweise verschwinden die Symptome bei Neugeborenen in den ersten Lebenstagen auch ohne Behandlung von selbst. Wenn sie jedoch bestehen bleiben, sollte eine Korrektur durch regelmäßige Gymnastik und sanfte Massagen mit Dehnung der Füße erfolgen.

Wenn der Vorderfuß (und teilweise auch die Zehen) nach innen gedreht sind, sprechen Mediziner von einem Sichelfuß. Es wird vermutet, dass ein Sichelfuß durch Platzmangel in der Gebärmutter während der letzten Schwangerschaftswochen entsteht. Die Fehlstellung ist meistens harmlos und verschwindet während des Wachstums von allein. Eltern können das unterstützen, indem sie immer wieder die Füße ihres Babys sanft in die Normalstellung drücken.

Schuhe nicht zu früh anziehen

Eltern sollten ihren Kindern erst Schuhe anziehen, wenn diese anfangen, laufen zu lernen. Für den Anfang sind Lauflernschuhe geeignet, die in der Regel sehr weich gearbeitet sind und den kindlichen Füßen nicht schaden. Kinder sollten zudem möglichst viel barfuß laufen. „Der Fuß macht sensorische Erfahrungen, wird kräftig und beweglich“, erläutert der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) auf den Seiten der „Aktion Orthofit“. Bereits seit 2010 setzt sich die Aktion mit der bundesweiten Kampagne „Zeigt her Eure Füße“ dafür ein, das Bewusstsein der Bevölkerung und der Eltern für eine gesunde Fußentwicklung zu schärfen.

Denn es kämen 99 Prozent aller Kinder mit gesunden Füßen zur Welt, aber nur ein Drittel werde mit gesunden Füßen erwachsen. Im Laufe der Kindheit erworbene Deformationen sind also keine Seltenheit. Und Fußerkrankungen können unerkannt und unbehandelt auch zu weiteren Folgeerkrankungen wie Hüft-, Knie- und Rückenbeschwerden führen, weshalb schon im Kindesalter unbedingt eine orthopädische Vorsorge mit regelmäßigen Untersuchungen stattfinden sollte.