Funktionsstörungen mit den Händen aufspüren

Eine osteopathische Behandlung ist auch sehr gut für Kinder geeignet. (Foto: Fotolia / Dmitry Naumov)
Eine osteopathische Behandlung ist auch sehr gut für Kinder geeignet. (Foto: Fotolia / Dmitry Naumov)

Osteopathen beseitigen Bewegungseinschränkungen im Körper.

(iwg/ihs/fru) Das Zusammenspiel einzelner Organe und des vegetativen Nervensystems ist beim Menschen ein sehr komplexer Vorgang. Störungen können hier von einem Osteopathen frühzeitig erkannt werden, noch bevor Symptome auftreten, die Beschwerden auslösen. Osteopathie kommt auch allein oder als Begleittherapie zum Einsatz, wenn bereits eine Erkrankung spürbar aufgetreten ist. Beispiele hierfür sind Rücken- und Gelenkprobleme, Migräne, Hexenschuss, Menstruationsbeschwerden, Sodbrennen oder ein Reizdarm. Eine osteopathische Behandlung ist übrigens auch sehr gut für Kinder geeignet.

Ganzheitliche manuelle Behandlungsform

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Methode. Mit sanften Griffen werden Muskeln gelockert, Nerven aktiviert und der Durchfluss von Arterien, Venen und Lymphbahnen verbessert. Der Osteopath ertastet das menschliche Gewebe Schicht für Schicht und erspürt so Bewegungseinschränkungen und Spannungen. Ziel ist die Lösung von Blockaden und die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. In der Osteopathie werden drei voneinander abhängige Behandlungsbereiche unterschieden: das Muskel-Gelenk-System, die inneren Organe sowie das Nervensystem. Wird der Bewegungsfluss zwischen Knochen, Organen und Nervensystem an irgendeiner Stelle behindert oder gestört, kommt es zu Schmerzen und Krankheiten.

Laut Deutscher Gesellschaft für Chirotherapie und Osteopathie (DGCO) wird der Patient vor jeder Behandlung ausführlich körperlich untersucht. Diagnose und Therapie erfolgen ausschließlich mit den Händen, ganz ohne Medikamente und medizinische Instrumente. Eine Diagnose wird anhand der aufgefundenen Funktionsstörungen mit Bezug auf Haltungs- und Bewegungsauffälligkeiten gestellt. Diagnostik und Therapie gehen dabei fließend ineinander über und der Patient wird aktiv in die Behandlung eingebunden. Osteopathische Behandlungen sind nur sehr selten schmerzhaft, meistens kommen sogenannte „weiche“ Techniken zum Einsatz. Deshalb ist „Knacken“ kein Kriterium für eine erfolgreiche Behandlung. Der Osteopath bewirkt durch seinen Impuls vielmehr ein „Selbstregulieren“ des Körpers, welches letztlich beim Patienten zur Selbstheilung führt.

Beruf ist nicht gesetzlich geschützt

In Deutschland ist der Beruf des Osteopathen gesetzlich nicht geschützt. Somit kann sich rein theoretisch jeder so bezeichnen. Dennoch gibt es z. B. vom Verband der Osteopathen festgelegte Ausbildungskriterien, z. B. zu den Inhalten und der Dauer der Ausbildung. In England ist der Beruf seit 1993 anerkannt, in Frankreich und Belgien zählt die Osteopathie längst zu den allgemein anerkannten Formen der Medizin.

Die Ausbildung zum Osteopathen und der Beruf des Osteopathen sind hierzulande laut Verband der Osteopathen Deutschlands (VOD) rechtlich noch nicht geregelt (außer in Hessen durch die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung WPO- Osteo). Der VOD setzt sich deshalb für einen einheitlichen Standard und gesicherte Qualität im Bereich der Osteopathie ein. Gewährleistet werden soll dies durch die VOD-Bezeichnungen „D.O.“ (Mitglieder, die nach ihrer vier- bis fünfjährigen Ausbildung zum Osteopathen eine wissenschaftliche Thesenarbeit angefertigt und erfolgreich verteidigt haben) sowie „M.R.O.“ (Mitglieder, die sich ins Osteopathenregister eintragen lassen und ausschließlich osteopathisch tätig sind).