Füße brauchen Raum und Halt

Wer beruflich viel stehen muss, sollte lieber keine Schuhe mit Pfennigabsätzen tragen. (Foto: Africa Studio / Fotolia)
Wer beruflich viel stehen muss, sollte lieber keine Schuhe mit Pfennigabsätzen tragen. (Foto: Africa Studio / Fotolia)

Wer seinen Beruf im Stehen ausüben muss, sollte auf das richtige Schuhwerk achten

(dbp/auh) Fast alle Menschen kommen mit gesunden Füßen zur Welt. In den westlichen Industrienationen haben aber im Erwachsenalter nur noch etwa 15 Prozent der Menschen anatomisch gesunde Füße, so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Hauptursachen sind falsches Schuhwerk und chronische Fehlbelastung, zum Beispiel durch lang andauerndes Stehen.

Man könne sich zwar nicht wirklich die Beine „in den Bauch stehen“, aber „die Füße platt stehen“, das sei tatsächlich möglich, so die BAuA. In ihrem Ratgeber „Stehend K.O.? – Wenn Arbeit durchgestanden werden muss“, rechnet die Forschungseinrichtung vor, dass etwa 16,5 Millionen Berufstätige in Deutschland ihre Arbeit vorwiegend im Stehen erledigen müssen. Das sind mehr als 40 Prozent aller Beschäftigten. Nicht nur im Verkauf, sondern beispielsweise auch im Friseurhandwerk, in Heil- und Pflegeberufen, in Küchen und Gaststätten sind Steherqualitäten gefragt.

Wenn die Füße schlapp machen

„Wirklich gut ist die viele Steherei nicht – im Gegenteil. Neben der Unbequemlichkeit belastet sie die Muskeln, die Gelenke, Bänder und Sehnen und nicht zuletzt die Venen über Gebühr. Die Folgen sind Rückenschmerzen, Kreislauferkrankungen und Krampfadern.“ Und die Füße machen buchstäblich schlapp: Die Muskeln erschlaffen, die Sehnen und Bänder leiern aus, das Fußgewölbe stürzt ein, die Gelenke werden überdehnt. Auf die Dauer wird jeder Schritt zur Qual. Auch Knie, Hüfte und Wirbelsäule nehmen Schaden.

Mit dem richtigen Schuhwerk können einige Folgeschäden der Arbeit reduziert oder hinausgezögert werden. „Wie wir gehen und stehen, das wirkt sich auf den gesamten Körper aus“, erklärt Diplom-Medizinpädagogin Ilka Graupner von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Sie rät, mehrere Paare im Wechsel zu tragen. Die Füße erhalten auf diese Weise abwechslungsreiche Reize und die Schuhe Zeit zum Auslüften.

Schuhe nicht zu klein kaufen

Für den Kauf von Schuhen gilt generell: Am wichtigsten ist die richtige Größe. Zur Sicherheit sollten die Füße immer mal wieder vermessen werden – gute Schuhgeschäfte verfügen dafür über eigene Fußmessgeräte. Der Schuh muss so lang sein, dass die Zehen nach vorne noch Luft haben. Die Weite stimmt, wenn der Schuh den Fuß seitlich umschließt ohne ihn einzuengen. Die Zehen müssen nebeneinander Platz haben, damit der große Zeh sich nicht krümmen muss. Der Schuhkauf sollte am besten nachmittags oder abends stattfinden, wenn die Füße etwas dicker sind als morgens.

Eine Schnürung oder eine verstellbare Schnalle sei besser als Schuhe, in die man hineinschlüpft, weil diese weniger Spielraum bieten, so die BAuA. Lässt sich die Weite regulieren, kann auch der wechselnden Fußdicke im Tagesverlauf entsprochen werden.

Hohe Absätze machen dem Vorfuß zu viel Druck. Absatzhöhen zwischen zwei und maximal vier Zentimeter sind nach Angaben der Experten in Ordnung. Allerdings: Auf Pfennigabsätze sollte verzichtet werden.

Weiche Sohlen ermöglichen dem Fuß ein sauberes Abrollen und dienen dazu, Stöße auf Fuß und Gelenk sanft abzufedern. Als Obermaterial empfehlen die Arbeitsmediziner Leder oder technische Textilien, die atmungsaktiv sind, damit sich Feuchtigkeit nicht im Schuh staut.

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