Für viele Senioren unentbehrlich

Die Menüdienste von „Essen auf Rädern“ können abwechslungsreiche Mahlzeiten direkt nach Hause liefern -  auch in verschiedenen Portionsgrößen. (Foto: Fotolia / Hildebrandt)
Die Menüdienste von „Essen auf Rädern“ können abwechslungsreiche Mahlzeiten direkt nach Hause liefern - auch in verschiedenen Portionsgrößen. (Foto: Fotolia / Hildebrandt)

Essen auf Rädern kann den Alltag deutlich erleichtern.

(dbp/fru) Kochshows boomen: Wenn Tim Mälzer, Steffen Henssler oder Horst Lichter in den Küchenstudios die Pfannen schwingen, schauen Millionen Menschen zu. Selbst kochen ist wieder höchst angesagt – für Jung und Alt. Bei vielen Senioren ist es jedoch mit dem Selbstkochen etwas schwierig, weil sie z. B. schon deutliche motorische Einschränkungen haben oder gar in einen Pflegegrad eingestuft sind. Sich täglich eine warme Mahlzeit zuzubereiten ist dann kaum noch möglich.

Eine Alternative kann dann „Essen auf Rädern“ sein. „Essen auf Rädern bietet sich nicht nur für Senioren an, die sich nicht mehr selbst versorgen können oder wollen. Den Alltag erleichtern die mobilen Menüdienste auch, wenn jemand nur vorübergehend auf Hilfe angewiesen ist – etwa bei Krankheit oder nach einem Unfall“, sagt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Nährstoffbedarf von Senioren berücksichtigen

In Deutschland nutzen schätzungsweise mehr als 300.000 Menschen diesen Service. Die Anbieter haben sich in der Regel speziell auf die „Zielgruppe“ der Senioren eingestellt und zum Beispiel Portionsgrößen und Rezepturen der Mahlzeiten auf den Nährstoffbedarf älterer Menschen zugeschnitten. Denn Im Lauf des Lebens sinkt der Energie- und damit der Kalorienbedarf eines Menschen deutlich. Bei Männern ist er im Alter von 75 rund 20 Prozent niedriger als bei einem 25-Jährigen, bei Frauen macht die Differenz 15 Prozent aus.

Aber nicht nur der Kalorienbedarf ist entscheidend, sondern auch die Zusammensetzung der Mahlzeiten. Die mit der Nahrung aufgenommene Energie bei Personen ab dem 51. Lebensjahr sollte zu mindestens 55-65 Prozent aus Kohlenhydraten, zu 25-30 Prozent aus Fett und zu etwa 10-15 Prozent aus Eiweiß bestehen. Die Menüs müssen also wenig Energie, aber viele Nährstoffe enthalten, das heißt, eine hohe Nährstoffdichte aufweisen, erklärt das Bayrische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz auf seinen Internetseiten.

Die Qual der Wahl

Bei der Auswahl eines Anbieters empfiehlt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unter anderem auf folgende Punkte zu achten:

  • Gibt es täglich Gemüse im Menü?
  • Kann man mindestens drei Mal pro Woche Salat oder Rohkost bestellen?
  • Wird mindestens drei Mal pro Woche Obst mitgeliefert?
  • Kann man mindestens einmal pro Woche eine Vollkornkomponente (z. B. Reis oder Nudeln) wählen?
  • Kann man mindestens drei Mal pro Woche vegetarische Gerichte auswählen?

Zudem sollte ein Probemenü angeboten werden und wichtig ist auch, ob die Speisen zu einem gewünschten Zeitpunkt geliefert werden können.

Es gibt Anbieter, die ihr Essen frisch zubereiten, die meisten bekommen die Menüs jedoch tiefgekühlt angeliefert. Dann kann man entscheiden, ob man sich das Essen ebenfalls tiefgekühlt nach Hause bringen lässt oder ob man es gerne schon aufgewärmt und essfertig geliefert bekommt. Die Dienste können in der Regel auch verschiedene Portionsgrößen liefern aber auch pürierte Kost oder spezielle Diäten bei erhöhten Blutfettwerten anbieten. Sozialstationen oder die Pflegestützpunkte vor Ort können Auskunft über die angebotenen Menüdienste in der Region geben.