Für ein Leben ohne Löcher

Eine verbesserte Mundhygiene wird heute vielfach bereits im Kleinkindalter umgesetzt und kann so zu einem kariesfreien Kindergebiss beitragen. (Foto: lagom /Fotolia)
Eine verbesserte Mundhygiene wird heute vielfach bereits im Kleinkindalter umgesetzt und kann so zu einem kariesfreien Kindergebiss beitragen. (Foto: lagom /Fotolia)

Immer mehr Kinder sind kariesfrei – trotz verbesserungswürdiger Mundhygiene.

(dbp/abz) Im Alter mit dritten Zähnen zu leben war für viele Generationen eine unangenehme, aber wahrscheinliche Perspektive. Dies hat sich grundlegend geändert. Noch 1983 hatten über 98 Prozent der Zwölfjährigen Kinder in Deutschland bereits Karies. Heute hat die überwiegende Mehrheit der Kinder in dieser Altersgruppe kein einziges Loch in einem Zahn. Dies hat zum Beispiel nun eine schulzahnärztliche Untersuchung des Jugendzahnärztlichen Dienstes des Landkreises Verden im Schuljahr 2014/2015 ergeben. Dabei wurden die Gebisse von 10.420 Schülerinnen und Schülern vom Kindergarten bis einschließlich zur sechsten Klasse kontrolliert.

Fluor und Versiegelung brachten die Wende

Die Gründe für den beeindruckenden Trendwechsel bei der Zahngesundheit der Kinder sehen Experten in der Kombination verschiedener Faktoren: Die so sogenannte Fissurenversiegelung, mit der schlecht zugängliche Zahnflächen geschützt werden, der Konsum von fluoridiertem Speisesalz und eine verbesserte Mundhygiene die heute vielfach bereits im Kleinkindalter umgesetzt wird. Dies wird dazu führen, dass die meisten Kinder von heute im Alter keine Zahnprothesen benötigen werden.

Bessere Zähne im Gymnasium

Erwartungsgemäß haben die Kinder im Kindergartenalter noch die besten Zähne. Dies zeigte auch die Untersuchung der Kinder in Verden. Von 2.674 untersuchten Kindergartenkindern sind dort 76 Prozent kariesfrei und von den 4.709 untersuchten Grundschülern hatten 44 Prozent kein einziges Loch im Zahn. Ein Gefälle gibt es in den Schulen ab Klasse 5. So sind im Landkreis Verden 62 Prozent der Gymnasiasten und 51 Prozent der Realschüler in den Klassen 5 und 6 kariesfrei. Die vergleichbare Altersgruppe der Kinder in Förderschulen kommt aber nur auf eine Quote von rund 36 Prozent naturgesunder Kindergebisse. Wie in vielen anderen Bereichen zeigt sich auch bei den Zähnen, dass die soziale Herkunft eines Kindes und das damit leider korrelierende Bildungsniveau die gesundheitliche Zukunftsperspektive stark beeinflusst.

Geheimnisse für gesunde Kinderzähne

Die Zahngesundheit der Kinder ist zwar auf einem Niveau angelangt, das vor 30 Jahren unvorstellbar erschien, trotzdem ist noch „Luft nach oben“, wie auch die Kinderzahnärzte in Verden feststellten. Trotz der erfreulichen Quote kariesfreier Kinder ist ein verstärkter Trend zu mangelhafter Mundhygiene der Kinder zu verzeichnen. Wer glaubt, dass eine Fissurenversiegelung das gründliche Zähneputzen ersetzt, irrt und auch eine falsche Ernährung kann durch fluoridhaltiges Speisesalz nicht kompensiert werden.

So sollten Eltern Bonbons und Lutscher grundsätzlich nicht im Kindermund dulden, es sei denn, dass darin – für die Zähne harmlose – Zuckerersatzstoffe enthalten sind. Wichtig ist es, versteckten Zucker in Getränken und anderen Lebensmittel zu erkennen und zu vermeiden. Wenn das Kind dann noch versteht, wie wichtig die regelmäßige und komplette Reinigung des Gebisses – auch mit Zahnseide – ist, dann sind die richtigen Weichen gestellt.

Der Zahnarzt und seine Prophylaxeassistentin zeigen dem Kind die richtige Putztechnik und in regelmäßigen Kontroll- und Vorsorgeterminen werden die Zahnfissuren versiegelt und ein Fluoridschutz aufgebracht. Wenn Eltern diese Regeln beachten und auch vermeiden, dass ein gegebenenfalls im eigenen Mund vorhandenes erhöhtes Bakterienniveau nicht an die Kinder weitergegeben werden kann, dann sollte es klappen mit den eigenen Zähnen bis ins hohe Alter.

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