Frühe Glaukom-Diagnose kann vor Erblindung schützen

Frühe Glaukom-Diagnose kann vor Erblindung schützen

IGeL-Check: Die Früherkennung des „grünen Stars“

(dbp/auh) Individuelle Gesundheits-Leistungen (IGeL) sind ärztliche Leistungen, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden. Das können Diagnostikverfahren sein, Reiseimpfungen oder kosmetische Behandlungen. Nur auf Wunsch und mit schriftlicher Zustimmung des gesetzlich Versicherten darf der Arzt eine IGeL-Leistung erbringen und muss diese nach der Gebührenordnung für Ärzte abrechnen.

Zu den wenigen Früherkennungsuntersuchungen, deren Kosten die gesetzlichen Kassen noch nicht übernehmen, zählt die Glaukom-Früherkennung.

Warum wird diese Leistung empfohlen?

Das Glaukom, im Volksmund auch „grüner Star“ genannt, ist eine der häufigsten Erblindungsursachen in den westlichen Industrienationen. In Deutschland leiden nach Angaben der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) etwa 800.000 Menschen an einem Glaukom. Die Krankheit wird in den meisten Fällen von einem erhöhten Augeninnendruck verursacht (Offenwinkel-Glaukom), es gibt aber auch Glaukom-Patienten mit einem normalen Augeninnendruckwert. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter, aber auch jüngere Menschen sind gefährdet, wenn sie zum Beispiel stark kurzsichtig sind oder Glaukom-Patienten in der engen Verwandtschaft haben.

Die DOG schätzt, dass nur jede zweite Glaukom-Erkrankung diagnostiziert ist. Denn die Krankheit verursacht keine Schmerzen und die Beeinträchtigungen beim Sehen treten meist erst auf, wenn es für eine erfolgreiche Therapie zu spät ist. Daher wird allen über 40-Jährigen diese Früherkennung empfohlen. Rechtzeitig erkannt, kann eine medikamentöse Behandlung den Erhalt der Sehfunktion sichern. Es gibt auch Operationsmethoden, die den Augeninnendruck auf schonende Weise langfristig senken.

Was passiert bei der Untersuchung?

Der Augenarzt misst den Augeninnendruck (Tonometrie) und beurteilt den Sehnervenkopf (Funduskopie). Es gibt verschiedene Methoden der Tonometrie, die alle schmerzfrei und unkompliziert sind. Häufig wird die Messung mit dem Applanations-Tonometer durchgeführt. Dazu wird ein kleiner Messkörper auf die zuvor mittels Tropfen betäubte Hornhaut gedrückt. Der benötigte Druck entspricht dem Augeninnendruck.

Auch die Funduskopie tut nicht weh. Der Augenarzt schaut sich lediglich den Augenhintergrund an, um mögliche Schäden am Sehnerv zu bestimmen. Vor dieser Untersuchung wurden früher pupillenerweiternde Tropfen gegeben. Das ist heutzutage in einigen Praxen nicht mehr nötig.

Bei einem entsprechenden Befund ist in einigen Fällen auch eine Untersuchung des Gesichstfeldes angebracht. Je nach Aufwand der kompletten Früherkennungsuntersuchung betragen die Kosten zwischen 20 und 70 Euro.

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