Frühe Glatze kein Hinweis auf Prostatakrebsrisiko

Frühzeitige Glatzenbildung bei Männern hat offenbar nichts mit einem erhöhten Krebsrisko zu tun. (Foto: Bilderbox)
Frühzeitige Glatzenbildung bei Männern hat offenbar nichts mit einem erhöhten Krebsrisko zu tun. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Wissenschaftler aus den USA haben herausgefunden, dass Männer, die früh ihr Haar verlieren, kein erhöhtes Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken.

Das gibt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) bekannt.

Grund für die nun offenbar widerlegte Annahme war die Tatsache, dass das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) für die Glatzenbildung verantwortlich ist. Hohe Werte sorgen für einen frühzeitigen Verlust der Kopfhaare. Da DHT auch mit der Entstehung von Prostatakrebs im Zusammenhang steht, wurde lange Zeit „angenommen, dass Männer mit Glatze ein größeres Risiko für Prostatakrebs hätten“, erklärt Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI. Doch der Arzt gibt klar Entwarnung: „Das ist nicht der Fall.“

Wesiack verweist auf eine Studie aus den USA, in der sich bereits bekannte Risikofaktoren für Prostatakrebs – wie eine genetische Vorbelastung, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum – bestätigt haben.

In der Studie haben Wissenschaftler 32.500 Männer über einen Zeitraum von neun Jahren untersucht, die zu Beginn der Testreihe zwischen 50 und 76 Jahre alt waren. Zunächst sollten sie sich daran erinnern, wie weit sich ihre Glatze im Alter von 30, 45 und 50 Jahren ausgebildet hatte. 20 Prozent gaben an, schon mit 30 Jahren Haare verloren zu haben. Mit 45 Jahren steigerte sich der Wert auf 46 Prozent und 61 Prozent der Probanden sagten, sie hätten im Alter von 50 Jahren unter schwindendem Haupthaar gelitten. Innerhalb des Studienzeitraumes erkrankten sieben Prozent der Männer an Prostatakrebs. Diese waren im Durchschnitt 69 Jahre alt. Ein für den BDI „eindeutiges Ergebnis: Prostatakrebs wurde bei Männern mit Glatzenbildung nicht häufiger beobachtet als bei Männern mit voller Haarpracht.“