Freiräume zum Entspannen schaffen

Einfach mal entspannen: Kleine Auszeiten können dabei helfen, dass Stress nicht zum Problem wird. (Foto: aletia2011 / Fotolia)
Einfach mal entspannen: Kleine Auszeiten können dabei helfen, dass Stress nicht zum Problem wird. (Foto: aletia2011 / Fotolia)

Damit Stress nicht zum gesundheitlichen Problem wird, muss man für Ausgleich sorgen

(dbp/nas) Immer mehr Menschen fühlen sich heute gestresst – ganz egal, wie alt sie sind und was sie beruflich machen. An sich ist Stress zunächst gar nicht schlecht oder gefährlich. Er gehört zu unserem Leben und gibt uns den nötigen Antrieb, sagt die Diplompsychologin Dr. Mirjam Gollenia. Allerdings müsse man darauf achten, dass der Stress nicht überhand nehme. Das bedeutet: Für einen Ausgleich sorgen und Entspannungsphasen schaffen.

Prävention ist wichtig

Wer dauerhaft unter Stress steht, wird irgendwann krank. „Prävention ist wichtig“, betont Dr. Gollenia, die sowohl als Coach wie auch als Therapeutin arbeitet. „Man sollte sich möglichst frühzeitig mit dem Thema beschäftigen und sich über sein persönliches Stressmanagement Gedanken machen.“ Wie man es schafft, sich zwischen den Stressphasen Entspannung zu verschaffen, ist für jeden Menschen je nach Lebenssituation und -stil durchaus verschieden. „Für den einen kann ein Tennisspiel oder die Runde auf dem Golfplatz genau das Richtige sein, für andere sind es andere Sportarten oder Hobbys“, erklärt die Expertin. Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Muskelrelaxation bieten die Möglichkeit, dem Stress entgegenzuwirken.

Individuelle Strategien entwickeln

In jedem Fall sollte man versuchen, sich „kleine Auszeiten“ zu nehmen, rät Dr. Gollenia. Auch das kann bei jedem Menschen anders aussehen. Ob man etwas backt oder bastelt, um abzuschalten, nach Feierabend Sport treibt oder Freunde trifft: Alles, was Freude macht, beugt Stress vor. Und zwischendurch tatsächlich einfach mal die Füße hochzulegen oder tief durchzuatmen – selbst solche Kleinigkeiten tun ihre Wirkung. „Vielleicht hilft es zum Beispiel auch, das Handy immer wieder eine Zeit lang auszuschalten“, sagt Dr. Gollenia. Unsere Gesellschaft habe sich verändert und das Gefühl, immer quasi „auf Empfang“ und immer aktiv sein zu müssen, überfordert die Menschen zunehmend. Außerdem fehle es uns an Struktur und Regelmäßigkeit.

Tun, was einem gut tut

Vieles von dem, was wir unter dem Begriff Stress verbuchen, ist der eigenen Lebensführung und Wahrnehmung geschuldet – deshalb aber nicht weniger belastend und relevant. Das Empfinden von objektiven, äußeren Stressoren ist ebenfalls immer subjektiv. Umso wichtiger sei, dass jeder individuelle Strategien entwickelt, um seinen persönlichen Stressauslösern zu begegnen. „Fragen Sie, wo Sie sich Zeit für sich nehmen können und wo Ihre Belastungen überhaupt liegen“, so die Expertin. Ist es die Rolle im Job, oder in der Familie? Wo muss ich eigene Ansprüche neu definieren, wo muss ich vielleicht Grenzen setzen oder lernen, nein zu sagen? Was kann ich eigentlich selbst ändern und was ist organisatorisch bedingt und gar nicht abzustellen? Was tut mir gut? Und wer möglichst viel von dem tut, was ihm gut tut, der ist gegen Stress auch gut gerüstet.