Freie Klinikwahl?

Patienten sollen vom Gesetzgeber aus die am nächsten gelegene medizinisch geeignete Klinik wählen. (Foto: Fotolia / VILevi)
Patienten sollen vom Gesetzgeber aus die am nächsten gelegene medizinisch geeignete Klinik wählen. (Foto: Fotolia / VILevi)

Gesetzlich Versicherte sollen möglichst wohnortnah behandelt werden.

(iwg/spo/fru) In Deutschland können gesetzlich Versicherte den Arzt, der sie ambulant behandeln soll, grundsätzlich frei wählen. Sonderfälle bezüglich dieser freien Arztwahl sind z. B. sogenannte Selektivverträge oder die hausarztzentrierte Versorgung, bei der fachärztliche Behandlungen in der Regel nur nach einer Überweisung durch den gewählten Hausarzt erfolgen. Kann ein Patient aber auch die Klinik wählen, in der er behandelt werden möchte? Wem ein geplanter stationärer Krankenhausaufenthalt bevorsteht, der stellt sich gerade in Ballungsräumen oft diese Frage, wo in der Regel mehrere Kliniken für ein und dieselbe Behandlung infrage kommen.

Was medizinisch notwendig ist und welche Klinik das leisten kann, sollte der behandelnde Arzt wissen. Er muss auch die Verordnung für eine stationäre Einweisung ausstellen. Zur Vorabinformation können auch diverse Suchportale im Internet genutzt werden. Informationen zu Leistungen und Fachabteilungen der Kliniken bietet zum Beispiel die „Weiße Liste“ unter www.weisse-liste.de. Auch manche größeren Krankenkassen haben eine eigene Kliniksuchmaschine im Internet oder helfen beratend in den Geschäftsstellen vor Ort und am Telefon weiter.

„Wunschklinik“ wählen

Prinzipiell können Patienten die sie behandelnde Klinik frei wählen. Allerdings gibt es Einschränkungen. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass eigentlich die am nächsten gelegene medizinisch geeignete Klinik gewählt werden sollte. Gibt es mehrere gleichwertige Klinken, ist dem Patienten die Wahl freigestellt. Am Ende geht es auch um die Erstattung der Kosten durch die Krankenkasse des gesetzlich Versicherten. Gibt es dafür zwingende medizinische Gründe, kann die Krankenkasse auch die Kosten für eine Behandlung in einer weiter entfernten Klinik übernehmen. Ansonsten kann es sein, dass der Versicherte etwaige Mehrkosten (höhere Fahrtkosten oder eine teurere Behandlung) ganz oder zum Teil selbst bezahlen muss. Hier sollte im Vorfeld eine schriftliche Anfrage an die Krankenkasse gestellt werden, ob die Kosten für die Behandlung in der „Wunschklinik“ übernommen werden – und selbstverständlich sollte auch eine schriftliche Antwort eingefordert werden.