Fitnessbänder sind die neuen Wearables

Fitnessbänder können das persönliche Fitnessprogram unterstützen, indem unter anderem der Puls aufgezeichnet wird oder die gelaufenen Schritte gezählt werden. (Foto: vadymvdrobot / Fotolia)
Fitnessbänder können das persönliche Fitnessprogram unterstützen, indem unter anderem der Puls aufgezeichnet wird oder die gelaufenen Schritte gezählt werden. (Foto: vadymvdrobot / Fotolia)

Immer mehr Menschen nutzen die tragbaren Geräte zur Selbstüberwachung.

(dbp/abz)  Sogenannte Wearables – also Hilfsmittel, die während ihrer Anwendung am Körper des Benutzers getragen werden – sind eigentlich nichts Neues. Der erste Herzschrittmacher wurde bereits 1958 implantiert und entspricht genau der Definition des kleinen passiven Helferleins, das im oder am Körper sitzt und nicht bedient werden muss. Ein weiteres klassisches Beispiel für ein Wearable ist das gute alte Hörgerät.

Ein ganz modernes Beispiel ist hingegen Google Glass, eine Brille, die ihren Träger permanent mit Daten auf dem Laufenden hält, die auf die Innenseite der Gläser eingeblendet werden. Wirklich durchgesetzt hat sich diese neue Idee bislang aber nicht. Weit stärker verbreitet sind jedoch die Fitnessarmbänder bzw. Fitness Tracker, die zum Beispiel permanent den Puls messen und die Schritte des Benutzers zählen.

Ansporn und Erinnerung sind die wichtigsten Effekte

Doch was bringt es denn, wenn man ständig über seinen Puls informiert ist und weiß, wie viele Schritte man heute schon zurückgelegt hat? In erster Linie ist wohl der Motivationseffekt wichtig und die Konfrontation mit dem eigenen Bewegungsverhalten. Wer am Handgelenk ablesen kann, dass er heute die meiste Zeit nur am Computer oder auf der Couch gesessen hat, ist durch das bewusste Wahrnehmen dieses Bewegungsdefizits vielleicht eher motiviert, am Abend noch eine Bewegungsschippe drauf zu legen.

Nicht zu unterschätzen ist natürlich die Wirkung auf Kollegen und Freunde, denen das am Handgelenk getragene High-Tech-Band Dynamik und Sportlichkeit symbolisiert. Das Angebot der verschiedenen Geräte ist nahezu unüberschaubar. Genauso ist die Vielzahl der verfügbaren Funktionen, gerade in Kombination mit einem Smartphone und den darauf installierten Fitness-Apps, nahezu unbegrenzt.

Gute Geräte kosten gutes Geld

Einstiegsmodelle sind ab ca. 50 Euro zu haben, wofür man einfache Bänder bekommt, die den Puls messen und Schritte zählen. Für Bänder, die auch den Schlaf überwachen können, müssen rund 100 Euro investiert werden und die Topmodelle verfügen über Schnittstellen zu Smartphones und Computern, sind mit GPS ausgestattet und haben darüber hinaus eine Menge Software zum Beispiel zur Trainingsauswertung oder Daten wie Golfplatzkarten gespeichert. Für diese All-inclusive-Geräte müssen ca. 250 Euro eingeplant werden. Geld, das unter Umständen gut angelegt ist. Zum Beispiel dann, wenn das Band zu mehr Bewegung inspiriert und dies die Stimmung und die Fitness verbessert.

Die hochwertigen Geräte sammeln die Daten über die körperliche Fitness ihres Benutzers und ermöglichen eine genaue Analyse in Kombination mit entsprechenden Smartphone-Apps. Wer bereit ist, diese Daten an seine Krankenversicherung zu übermitteln, kann unter Umständen bares Geld sparen. Der amerikanische Krankenversicherer Oscar Health sammelt Fitness-Daten seiner Kunden über Wearables und entsprechende Smartphone-Apps und zahlt denen, die ihre Aktivitäten aufzeichnen lassen Beiträge zurück – natürlich nur, wenn die Daten auch belohnenswert sind. In Deutschland ist dieses Modell noch nicht umgesetzt und dürfte auch auf einigen datenschutzrechtlichen Widerstand stoßen.