Fieber – ab wann zum Kinderarzt?

Kinder haben häufiger Fieber als Erwachsene. (Foto: kmrep / Fotolia)
Kinder haben häufiger Fieber als Erwachsene. (Foto: kmrep / Fotolia)

Säuglinge unter drei Monaten sollten schon ab 38 Grad Körpertemperatur zum Arzt

(dbp/mhk) Kinder leiden deutlich häufiger an Fieber als Erwachsene. Meist tritt es als Begleiterscheinung einer Erkrankung auf und schützt den Körper vor der Infektion. Die Abwehrreaktion läuft auf Hochtouren. Oft geht das Fieber rasch vorüber, nach einem Tag oder einer Nacht. Die Ursache ist nicht immer feststellbar. Hohes Fieber hingegen ist ein deutliches Krankheitszeichen, das ernst genommen werden muss.

Gesunde Kinder haben eine Körpertemperatur zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Von Fieber spricht man ab 38,5 Grad, bei einzelnen Kindern weisen bereits Temperaturen zwischen 38 und 38,5 auf eine Erkrankung hin. Hohes Fieber beginnt bei Kindern mit 40, bei Erwachsenen mit 39 Grad. Morgens ist die Temperatur übrigens meist 0,5 Grad niedriger als abends.

Häufige Ursachen für kindliches Fieber sind (Virus-)Infektionen, Infekte der oberen Luftwege oder des Magen-Darm-Traktes, Zahnbeschwerden oder Mittelohrentzündung. Bei Kleinkindern kann auch Überhitzung, wenn das Baby zu warm angezogen ist, oder Austrocknung (Dehydration) der Grund sein.

Hält das Fieber länger als 24 Stunden an oder kömmen Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Hautausschlag hinzu, ist der Besuch beim Kinderarztes erforderlich. Außerdem bei Fieberkrampf, Austrocknung, anhaltender Trinkverweigerung, Müdigkeit und Schwäche oder wenn trotz Antibiotika-Therapie das Fieber nicht sinkt.

„Spielt ein Kind trotz Fieber, ist die Wahrscheinlichkeit einer schweren Erkrankung gering“, erklärt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin in Weimar sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn es lethargisch ist, keinen Blickkontakt hält oder leise wimmert. Lacht es kaum, lässt es sich nur schwer beruhigen oder klammert sich in übertriebener Weise an die Eltern, sei das ebenfalls ein Warnsignal.

Lieber einmal zu viel als einmal zu spät zum Arzt

Bei Säuglingen unter drei Monaten sollten Eltern schon ab bei einer Temperatur von 38 Grad handeln. „In diesem Alter ist das Immunsystem noch nicht richtig entwickelt und kann Infektionen kaum abwehren“, warnt Dr. Niehaus. Mögliche Ursachen können ein einfacher Schnupfen, aber auch eine gefährliche Hirnhautentzündung sein. „Je jünger das Baby ist, desto eher ist ein Arztbesuch sinnvoll“, empfiehlt die Expertin. Eltern sollten „besser einmal zu viel als einmal zu spät“ zum Arzt gehen, „auf jeden Fall rasch, wenn das Baby unruhig, schlapp und teilnahmslos wirkt, sich nicht füttern lässt, schwer atmet, Ausschlag bekommt oder erbricht – mit oder ohne Durchfall“.

Die Temperatur messen Eltern am besten rektal, bei größeren Kindern ist die Messung im Ohr beliebter. Die Temperatur ist allerdings etwa 0,5 Grad niedriger als im Po. Messungen unter dem Arm oder mit Stirn-Thermometer-Streifen gelten als unzuverlässig. „Idealerweise sollte man schon ein paar Mal vorher beim gesunden Kind die Temperatur messen, um das Fieber richtig beurteilen zu können“, rät Niehaus.

Was hilft? Wärmeentziehende Wickel, wie der klassische Wadenwickel. Dabei muss auf einen stabilen Kreislauf geachtet werden. Zudem Ruhe und viel Trinken, am besten Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte. In der Apotheke gibt es verschiedene fiebersenkende Medikamente – für kleine Kinder in Form von Zäpfchen, Saft oder Brausegranulat. Alle Arzneimittel sollten unbedingt immer in Abhängigkeit von Alter und Körpergewicht dosiert werden. Auf keinen Fall Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) geben, dieser Wirkstoff kann bei Kindern zu einer lebensbedrohlichen Krankheit (Reye-Syndrom) führen.

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