Fehlstellung der Großzehe

Zu enges und modisches Schuhwerk kann die Ausprägung des Ballenzehs verstärken oder sogar ursächlich dafür sein. (Foto: Fotolia / maumau-design)
Zu enges und modisches Schuhwerk kann die Ausprägung des Ballenzehs verstärken oder sogar ursächlich dafür sein. (Foto: Fotolia / maumau-design)

Spätestens wenn Schmerzen auftreten, sollte der Hallux valgus behandelt werden.

(dbp/fru) Der Hallux valgus (Ballenzeh) gehört zu den häufigsten Fußdeformitäten. Es handelt sich dabei um eine seitliche Schiefstellung der Großzehe. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Das Ausmaß der Fehlstellung sagt jedoch noch nichts über die subjektiven Beschwerden der Patienten aus, die sich durch Schmerzen und Entzündungen äußern können. Meist ist der Hallux valgus Folge eines sogenannten Spreizfußes, bei dem das Quergewölbe des Fußes abgeflacht ist. Das kann dazu führen, dass auch die Stellung der übrigen Zehen negativ beeinflusst wird. Dann kann die Großzehe über oder häufiger auch unter die zweite Zehe ragen.

Unterschiedliche Formen

„Die Veränderungen können verschiedene Ausprägungsgrade annehmen, die auch unterschiedlich behandelt werden müssen“, erklärt die Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie (GFFC). Bei der „leichten Form“ sei der Winkel zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen größer als normal. Die Großzehe biegt sich dadurch von der Wurzel her nach außen und von der Zehenspitze in Richtung der danebenliegenden zweiten Zehe. Am ersten Mittelfußköpfchen kommen knöcherne Anlagerungen hinzu. „Die Folge sind Reizungen, Schwellungen und Schmerzen am Großzehenballen. Durch die Fehlstellung entstehen frühzeitige Verschleißveränderungen am Grundgelenk“, warnt die GFFC.

Bei der „mittelschweren Form“ nimmt die Aufspreizung des Fußes durch einen noch größeren Winkel zu. Darunter leidet auch die Beweglichkeit im Großzehengrundgelenk. Der „Ballen“ neigt zu Entzündungen und schmerzt auch im Ruhezustand. Die Großzehe bedrängt auch sichtlich die zweite Zehe. Und bei der „schweren Form“ steht der Großzehenballen schließlich so weit hervor, dass sich die Großzehe über oder unter die zweite Zehe schieben oder diese nach außen drängen kann.

Konservative und operative Behandlungsmethoden

Entsprechend den Stadien, die aus den Ausprägungsgraden resultieren, werden beim Hallux valgus verschiedene Behandlungsmethoden angewendet. Ziel ist immer die Schmerzreduktion, die Korrektur der Fehlstellung und ein Funktionsgewinn. Dabei orientieren sich die Behandler auch am Leidensdruck und Alter der Betroffenen. Auch das Vorhandensein einer Arthrose im Großzehengrundgelenk und dessen Beweglichkeit wird bei der Therapieempfehlung berücksichtigt. Bei der „leichten Form“ empfehlt sich zunächst eine konservative Behandlung. Generell sollten nur noch Schuhe mit genügend Zehenspielraum und flachen Absätzen getragen werden. Eine Druckentlastung des Großzehenballens kann man zudem durch eine seitliche Ausweitung des Schuhoberleders erreichen. Zu empfehlen ist auch häufiges Barfußlaufen und eine regelmäßige Fußpflege. Eine spezielle Fuß- und Zehengymnastik mit Abspreizübungen für die Großzehe und Stärkung der Fußmuskulatur ist ebenfalls empfehlenswert. Entzündungen können auch mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden.

Aus rein kosmetischen Gründen sollte man sich nicht einer Operation unterziehen. Wenn jedoch die Schmerzen über einen längeren Zeitraum andauern und die konservativen Maßnahmen keinen Erfolg versprechen, kann man auch einen chirurgischen Eingriff in Erwägung ziehen. Je nach Schweregrad der Erkrankung gibt es mehrere Operationsmethoden. Hier sollte man sich vom Behandler eingehend beraten lassen.

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