Fehlsichtigkeit bei Kindern entgegenwirken

Eine Brille muss Kindern gefallen, sonst wird sie nicht getragen. (Foto: Fotolia / georgerudy)
Eine Brille muss Kindern gefallen, sonst wird sie nicht getragen. (Foto: Fotolia / georgerudy)

Betroffene Kinder benötigen mit spätestens zwei bis drei Jahren eine Kinderbrille.

(dbp/fru) Seit seinem ersten Augenblick auf Erden fängt der Mensch an zu lernen. Dabei braucht er alle seine Sinne, um sich optimal entwickeln zu können. Der Sehsinn hilft dabei, Gegenstände und Menschen scharf zu sehen und sich im Raum zurechtzufinden. Schon kurz nach der Geburt können Babys sehen, jedoch nur unscharf und in Hell-Dunkel-Abstufungen. Bis das Kind im Schulalter ist, entwickeln sich Sehfähigkeit und Gesichtsfeld zur vollen Leistung. Auf dem Weg dahin ist es wichtig, auftretende Fehlsichtigkeiten so schnell wie möglich zu korrigieren.

 

Gut sehen ist ein Lernprozess

 

Sehen muss gelernt werden, wie z. B. das Laufen, heißt es in der Broschüre „Kinderbrillen“, die vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) herausgegeben wurde. Der Zeitraum für dieses Lernen sei jedoch begrenzt, teilen die Augenexperten mit: „Versäumtes lässt sich nur innerhalb der ersten Lebensjahre nachholen, denn die Fähigkeit dazu verringert sich von Jahr zu Jahr – je nach Art der Störung sogar von Monat zu Monat“.

 

Häufige Sehfehler bei Kindern sind z. B. Schielen, Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Stabsichtigkeit. Die meisten Fehlsichtigkeiten müssen aber spätestens mit zwei bis drei Jahren durch eine Brille korrigiert werden, damit Sehfehler die kleinen Patienten nicht ein Leben lang begleiten. Deshalb ist der frühzeitige Besuch bei einem Augenarzt angeraten. Er untersucht die Augen nicht nur auf Sehschwächen, sondern auch auf sonstige Augenerkrankungen.

 

Aber auch Augenoptiker und Kinderoptometristen können mit speziellen Tests die Funktion der Augen und das Sehen des Kindes prüfen, teilt das Kuratorium Gutes Sehen (KGS) mit. Dazu gehören z. B. ein Test auf Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit, ein sogenannter Akkomodationstest, um zu prüfen, wie sich das Auge auf nahe Entfernungen einstellt oder die Untersuchung auf eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Auch räumliches Sehen in der Nähe und in der Ferne können überprüft werden.

 

Tipps zum Kauf von Kinderbrillen

 

Wenn eine Kinderbrille notwendig ist, passt der Augenoptiker diese individuell an die Augen und die Sehbedürfnisse des Kindes an. Kinderbrillen sollten leicht, flexibel aber gleichzeitig auch bruchsicher sein. Für Brillengläser sind daher Kunststoffe oder Polycarbonat zu empfehlen, für das Brillengestell kommen verschiedene Metalllegierungen oder Polymere infrage. Hier muss darauf geachtet werden, dass keine allergischen Reaktionen auftreten. In solchen Fällen müssen dann andere Materialien gewählt werden.

 

Neben der Sicherheit spielt aber auch die optimale Passform eine wichtige Rolle, z. B. durch weiche und anschmiegsame Bügelenden sowie einer entsprechenden Nasenauflage. Und nicht zuletzt muss die Brille den Kindern auch optisch gefallen, da sie ansonsten nicht akzeptiert und somit auch nicht getragen wird. Nach der Anschaffung sollte man berücksichtigen, dass auch die Kinderaugen mitwachsen. „Sitz und Glasstärke einer Kinderbrille müssen daher regelmäßig getestet werden: Nach zwölf, spätestens nach 18 Monaten“, empfiehlt das KGS. Gesetzliche Krankenkassen bezuschussen übrigens für junge Versicherte bis zum vollendeten 18. Lebensjahr die Gläser bis zu einem Festbetrag. Für das Brillengestell werden keine Kosten übernommen.