Fast schon Volkskrankheit

Ein schmerzhaftes Druckgefühl im Bereich der Augen oder Wangen kann ein Symptom für eine Sinusitis sein. (Foto: Fotolia / goodluz)
Ein schmerzhaftes Druckgefühl im Bereich der Augen oder Wangen kann ein Symptom für eine Sinusitis sein. (Foto: Fotolia / goodluz)

Viele Erwachsene leiden mindestens einmal jährlich an einer Sinusitis.

Wenn die Nase richtig läuft, sammeln sich oft Berge von Taschentüchern an. Manchmal entwickelt sich aus einem harmlosen Schnupfen jedoch eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen – in medizinischen Fachkreisen Sinusitis genannt. Und diese sollte in jedem Fall behandelt werden. Denn sie kann unbehandelt zu Komplikationen führen, wie etwa einer Hirnhautentzündung oder einem Durchbruch in die Weichteile des Gesichts.

Laut dem Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte schwellen bei einer Sinusitis die Nasenschleimhäute an und verschließen die Ausgänge der Nebenhöhlen. Der Schleim fließt nicht mehr ab und setzt sich fest. In diesem dichten, feuchten und warmen Milieu siedeln sich leicht Bakterien an, die in vielen Fällen mit einem Antibiotikum bekämpft werden sollten. Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung geht mit einem schmerzhaften Druckgefühl im Bereich der Augen, Schläfen, Wangen, Stirn und Nasenwurzel einher. Auch Fieber und geschwollene Augenlider gehören zu den Symptomen.

Nasensprays und Dampfbäder

Der HNO-Arzt kann in seiner Praxis z. B. anhand eines Ultraschalls (Sonografie) feststellen, ob sich Flüssigkeit in den Nebenhöhlen befindet und die Schleimhaut verdickt ist. Wenn die Schleimhäute lediglich angeschwollen sind, helfen in der Regel abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays. Auch Spülungen mit Salzwasser können die Symptome lindern. Dann kann das Sekret wieder ablaufen, was einer bakteriellen Entzündung vorgebeugt. Zur Prävention eignen sich auch Dampfbäder, weil die Wärme die Gefäße öffnet und die Durchblutung fördert. Zudem wirkt eine Rotlichtlampe wohltuend. Patienten müssen in jedem Fall ausreichend trinken – am besten täglich etwa 2-3 Liter Wasser oder Tee, damit sich der Schleim verflüssigen kann und die Mittel wirken.

Übrigens: Auch Allergien (Hausstaub, Pollen) können eine Schwellung der Nasenmuscheln verursachen. In solchen Fällen findet eine Behandlung mit kortisonhaltigen Präparaten und/oder antiallergischen Tabletten statt. Empfehlenswert ist auch eine Hyposensibilisierung (Immuntherapie).

Bei chronischer Entzündung kann OP helfen

Wenn die Nasennebenhöhlenentzündung länger als drei Monate andauert oder öfter als vier Mal im Jahr wiederkehrt, bezeichnen Mediziner sie als chronisch. Grund für den chronischen Verlauf sind häufig Verengungen im Naseninneren, die ein Ablaufen des Sekrets aus den Nebenhöhlen verhindern oder Polypen in der Nase. Auch eine schief verlaufende Nasenscheidewand kommt als Ursache in Frage.

Eine chronische Sinusitis lässt sich nicht mehr mit Antibiotika oder Spülungen behandeln. In solchen Fällen kann eine kurzzeitige Kortison-Therapie hilfreich sein. Wenn auch diese nicht anschlägt, kann je nach Ursache und Ausprägung auch ein operativer Eingriff empfehlenswert sein, erklären die HNO-Ärzte auf ihren Internetseiten. Dann können eine Entfernung vorhandener Polypen sowie die Weitung oder Begradigung der Nasenscheidewand die Nebenhöhlenentzündung heilen.