Fast jeder vierte Erwachsene ist fettleibig

Schluss mit Burger! Menschen mit Adipositas müssen ihre Energiebilanz in den Griff bekommen und innerhalb einer Ernährungstherapie Kalorien sparen. (Foto: Fotolia / Kathleen Rekowski)
Schluss mit Burger! Menschen mit Adipositas müssen ihre Energiebilanz in den Griff bekommen und innerhalb einer Ernährungstherapie Kalorien sparen. (Foto: Fotolia / Kathleen Rekowski)

Menschen mit Adipositas haben hohes Risiko für Begleiterkrankungen.

(dbp/fru) Am Abend eine Tüte Chips und eine Tafel Schokolade – das ist für viele Menschen in Deutschland keine Seltenheit, obwohl diese Menschen an Adipositas (umgangssprachlich auch Fettleibigkeit oder Fettsucht) leiden. Sie sind krankhaft übergewichtig und merken das auch im Alltag. Ein Stockwerk die Treppen hochsteigen ist kaum noch möglich, ohne außer Puste zu sein. In Deutschland ist mittlerweile fast jeder vierte Erwachsene adipös.

„Schon seit Jahren vermelden Ärzte und Ernährungsberater, wie bedenklich die steigende Zahl der Übergewichtigen und Adipösen ist. Weltweit sind etwa 1,6 Milliarden Menschen übergewichtig und 600 Millionen fettsüchtig oder adipös. Es sind jedoch die westlichen Industrienationen, in denen diese Entwicklung am deutlichsten zu Tage tritt“, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf ihren Internetseiten.

BMI alleine nicht aussagekräftig

Zur Einordnung des Gewichts wird der sogenannte Body Mass Index (BMI) verwendet, der Gewicht und Körpergröße in ein Verhältnis zueinander stellt. Adipositas liegt demnach bei einem BMI ab 30 vor. Als alleiniges Werkzeug zur Bestimmung von Übergewicht taugt der BMI jedoch nicht, denn er lässt viele wichtige Faktoren außer Acht. Dazu gehören beispielsweise das Alter und Geschlecht der Person und der Muskelanteil am Gewicht. Genauere Ergebnisse erhält man, wenn man zusätzlich das Verhältnis von Taillen- zu Hüftumfang misst.

Zudem ist die Fettverteilung neben dem reinen Gewicht ein wesentlicher Faktor bei der Risikobewertung. Fettpolster am Bauch, die so genannte „Apfelform“ oder androide Adipositas, bergen ein höheres Risiko, im Laufe seines Lebens ernsthafte Erkrankungen zu entwickeln. Zahlreiche Studien belegen, dass mit einem erhöhten BMI auch ein größeres Erkrankungsrisiko einhergeht. So erkranken übergewichtige Menschen statistisch häufiger an Herz- und Kreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen und Diabetes, Schlafapnoe, Gicht und an der Gallenblase. Bei hohem Körpergewicht kann es auch zu orthopädischen Beschwerden kommen.

Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie

Die Adipositas-Leitlinie enthält Maßnahmen zur Behandlung der Erkrankung und empfiehlt zunächst eine Ernährungstherapie. „Zu Beginn einer Ernährungstherapie kommt es in der Phase der Gewichtsabnahme darauf an, ein Energiedefizit von 500 kcal pro Tag oder gegebenenfalls mehr zu erreichen. Dazu kann die Zufuhr von Fett und/oder Kohlenhydraten verringert werden“, heißt es auf den Internetseiten der DGE. Neben der Ernährungstherapie spielen auch die Bewegungs- und Verhaltenstherapie eine wichtige Rolle, da immer die Kombination aller drei Ansätze die Grundlage des Gewichtsmanagements bei Patienten bildet. Die Therapeuten sind dazu angehalten dabei immer die Vorlieben, Erfahrungen, Kenntnisse und auch Stärken der Patienten individuell zu berücksichtigen und zu nutzen, um eine nachhaltige Gewichtsabnahme zu erreichen. So kann der häufig auftretende Wiederanstieg des Körpergewichts (sogenannter Jojo-Effekt) langfristig verhindert werden.