Familienplanung abgeschlossen?

Im Gegensatz zu den Befürchtungen vieler Männer, hat eine Vasektomie keine Auswirkungen auf die Potenz. (Foto: Fotolia / baranq)
Im Gegensatz zu den Befürchtungen vieler Männer, hat eine Vasektomie keine Auswirkungen auf die Potenz. (Foto: Fotolia / baranq)

Eine Vasektomie ist die sicherste Verhütungsmethode für den Mann.

(iwg/fru) Viele Paare möchten leibliche Kinder. Bei manchen klappt es auch nach langer Zeit nicht, bei anderen wiederum wird der Kinderwunsch sehr schnell Realität. Was aber, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist und ein weiteres Kind nicht mehr in die eigene Lebensplanung passt, weil z. B. die räumliche oder finanzielle Situation es nicht mehr erlaubt oder die Eltern wieder mehr Freiräume für sich wünschen? Dann kommen automatisch auch die Fragen zur Verhütung wieder auf. Meistens wird die Verhütung der Frau „aufs Auge gedrückt“. Hier gibt es sehr viele Methoden, die jedoch alle auch ihre Nachteile haben. Aber auch Männer können die Verhütung übernehmen und sich einfach sterilisieren lassen.

Kleiner ambulanter Eingriff

Die Sterilisation des Mannes erfolgt mittels Vasektomie – so heißt der kleine ambulant durchgeführte operative Eingriff in der Fachsprache der Urologen. „Es handelt sich hierbei um eine Unterbindung der Samenleiter, um einen Spermientransport Richtung Prostata und Harnröhre zu verhindern. Weltweit haben sich ca. 40 – 60 Mio. Männer einem solchen Eingriff unterzogen“, heißt es auf der Webseite www.urologenportal.de, dem gemeinsamen Internetauftritt der Deutschen Gesellschaft für Urologie und dem Berufsverband der Deutschen Urologen. Dadurch werde eine dauerhafte Unfruchtbarkeit beim Mann herbeigeführt, die jedoch unter bestimmten Umständen auch wieder rückgängig gemacht werden kann. Dieses erneute Zusammenfügen der Samenleiter ist mit mikrochirurgischen Operationsverfahren technisch möglich, allerdings deutlich aufwändiger und nicht immer erfolgreich. Ein Mann sollte sich also bezüglich der Entscheidung sicher sein.

Der Urologe informiert den Patienten im Vorfeld der Behandlung in einem persönlichen Gespräch über den Verlauf des Eingriffs, den Risiken und den Kosten und steht für alle sonstigen Fragen zur Verfügung. „Die Vasektomie ist die sicherste Verhütungsmethode für den Mann“, heißt es auf dem Urologenportal. Der Pearl Index, der die Sicherheit einer Verhütungsmethode angibt, beträgt bei diesem Eingriff 0,1. Das heißt, dass von 1 000 Paaren, die ein Jahr lang ungeschützten Geschlechtsverkehr haben und auf diese Verhütungsmethode vertrauen, eine Partnerin schwanger wird.

Keine Auswirkung auf das Liebesleben

Die Methode bietet also keine 100%-ige Sicherheit. Durch Regenerationsprozesse im Körper können teilweise auch nach Jahren spontane Wiederherstellungen der Kontinuität der Samenwege beobachtet werden. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist jedoch je nach Studie mit 0,03 – 1,20 % sehr niedrig. Nach einer Vasektomie sollte für zwei bis drei Monate eine zusätzliche Verhütung erfolgen, denn es können noch befruchtungsfähige Spermien in der Samenflüssigkeit vorhanden sein.

Auswirkungen auf die Potenz des Mannes hat der Eingriff übrigens nicht, denn der Hormonhaushalt des Mannes wird dadurch nicht gestört. Auch der Samenerguss erfolgt wie vor dem Eingriff. Wie bei jeder Operation können auch bei der Vasektomie Nebenwirkungen auftreten, wie beispielsweise das Auftreten von Schmerzen im Hodenbereich, die jedoch nach wenigen Tagen abklingen. Zudem kann es zu einer Nachblutung oder Wundheilungsstörung (manchmal auch zu einer Wundinfektion) kommen. Die Beratungskosten für eine Vasektomie werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Der Eingriff selbst kostet in der Regel bis zu 400,- Euro und die Patienten müssen dafür selbst aufkommen.